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Warum werden 1000 Leute in einer Umfrage befragt?


AntonyUnwinSept09x
Wie genau Meinungsumfragen sind und wie diese zustande kommen, erklärt Professor Antony Unwin. Er ist Lehrstuhlinhaber für "Rechnerorientierte Statistik und Datenanalyse" am Institut für Mathematik.



Um ein Bild der Meinung der Bevölkerung zu gewinnen, werden Umfragen durchgeführt. Ob um Parteiunterstützung ("die Sonntagsfrage") oder die Einstellung zu Kernkraftwerken einschätzen zu können, werden meistens 1000 Leute befragt. Mathematisch kann man zeigen, dass mit einer zufälligen Stichprobe dieser Größenordnung ein Ergebnis mit einer Genauigkeit von ungefähr ±3% erreicht werden kann. Also, z.B. 45% CSU heißt 42-48%. Um diesen Rahmen zu halbieren, müsste man bereits 4000 Leute befragen. Der Aufwand stünde hier nicht für den Erkenntnisgewinn. Wenn man nur 250 Leute befragt, wären die Grenzen mit ±6% zu breit und Statistiker würden anmerken, dass die notwendigen mathematischen Bedingungen (eine zufällige Stichprobe) schwieriger zu erreichen sind. Die Kombination aus mathematischer Theorie (man braucht viermal so viele Leute, um zweimal genauer zu sein), statistischer Praxis (wie man zufällige Stichproben erhebt) und einer "schönen" runden Zahl (1000) hat sich bei Meinungsumfragen bewährt.