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Wie kam Amerika zu seinem Namen?


FlorianPressler1
Weshalb es eher ungewöhnlich ist, wie Amerika zu seinem Namen kam, erklärt Historiker Dr. Florian Pressler, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte des Transatlantischen Kulturraums.



Entdecker benennen ihre Entdeckung – und häufig benennen sie diese nach sich selbst. Würde dieser Grundsatz auch für die Neue Welt gelten, hieße Amerika heute Kolumbien. Doch der Namensgeber Amerikas war kein Entdecker, sondern der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller. Die Bezeichnung "Amerika" taucht zum ersten Mal auf seiner Weltkarte aus dem Jahr 1507 auf. Allerdings nicht als Name des gesamten Doppel-Kontinents, sondern als Bezeichnung für das Gebiet des heutigen Brasiliens. Die heutigen USA, die wir oft mit Amerika gleichsetzen, sind auf Waldseemüllers Karte gar nicht dargestellt. Waldseemüller benannte das Gebiet nach dem italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci, der ab 1499 die Küste Brasiliens erforscht hatte. Dass Kolumbus schon einige Jahre zuvor in Amerika gelandet war, war Waldseemüller entgangen. Allerdings hatte Kolumbus auch keine Anstalten gemacht, seine Entdeckung zu benennen. Er glaubte sich ja in Indien und ging davon aus, lediglich einen neuen Seeweg zu einem bereits bekannten Land entdeckt zu haben. Die von ihm geprägte Bezeichnung "Westindische Inseln" erinnert noch heute an diesen Irrtum. Erst Vespucci erkannte, dass eine "Neue Welt" vor ihm lag. Er kann daher als der intellektuelle "Entdecker" Amerikas gelten.