Seit wann gibt es den Kindergarten?
Heutzutage gehören KITA und Kindergarten zu den Voraussetzungen, will man dem gesellschaftlichen Anspruch einer ausgewogenen Work-Life-Balance gerecht werden. Doch seit wann es den Kindergarten gibt und woher dieser seinen Namen hat, erklärt Prof. Dr. Eva Matthes, Ordinaria für Pädagogik.
Der Kindergarten geht auf Friedrich Fröbel (1782-1852) zurück. Fröbel wollte eine bestmögliche frühkindliche Förderung. In Bad Blankenburg (Thüringen) gründete er 1837 eine "Anstalt zur Pflege des Beschäftigungstriebes der Kindheit und Jugend" und begann seine berühmten "Spielga-ben" (Ball, Würfel, Kugel, Ziegel) zu entwickeln. Ursprünglich hatte Fröbel vorgehabt, die Mütter, denen er die entscheidende Bedeutung in der Erziehung zusprach, in ihrer Erziehungstätigkeit zu unterstützen. Der Spielort sollte zunächst die Familie sein. Bald musste er jedoch einsehen, dass die meisten Mütter mit der Handhabung der Spielgaben in dem von ihm beabsichtigten Sinne überfordert waren. So gründete er 1840 in Bad Blankenburg einen "Kindergarten". Den Namen erläutert er in seinem Gründungsaufruf wie folgt: „Denn wie in einem Garten unter Gottes Schutz und unter der Sorgfalt erfahrener einsichtiger Gärtner im Einklange mit der Natur die Gewächse gepflegt werden, so sollen hier die edelsten Gewächse […]Kinder […] erzogen" werden. Von dem Kindergarten sollten positive Impulse in die Familie ausstrahlen. Heute stellt sich für die Kinder-gärten die Aufgabe, in Kooperation mit den Eltern eine Balance zwischen Über- und Unterforde-rung der Kinder, zwischen freiem Spiel und Lernen, zu finden.