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Ist Jesus wirklich auferstanden?


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Neutestamentler Prof. Dr. Stefan Schreiber wagt sich an eine spannende theologische Frage. Was bedeutet 'auferstanden'? Ist das tatsächlich im wörtlichen Sinn zu verstehen?



Die ältesten christlichen Quellen behaupten: „Jesus ist gestorben und aufgestanden“ (1 Thess 4,14). Wird der Tod, wie dies in der Antike häufiger geschieht, euphemistisch mit der Metapher des Schlafes gedacht, kann die Überwindung des Todes als Aufwecken bzw. Aufstehen ausgedrückt werden. Als Beweis führt die auch von Paulus zitierte Überlieferung, an, dass Jesus seinen Schülern „erschienen ist“. Ganz ähnlich formuliert auch das älteste Evangelium (Markus): Jesus ist „aufgeweckt worden“, und: „ihr werdet ihn sehen“ (Mk 16,6-7). In den Evangelien nach Matthäus, Lukas und Johannes werden einige Erscheinungen Jesu erzählt. Manchmal wirkt Jesus dabei wie ein körperlich anwesender Mensch, so wenn er ein Stück Fisch isst. Dann wieder scheint er ganz unkörperlich zu sein, wenn er durch geschlossene Türen gehen kann. Auch Paulus kann von sich sagen, den von Gott erweckten Jesus „gesehen“ zu haben (1 Kor 9,1; 15,8). Diese Sprache erinnert an die Visionen der Propheten Israels, die davon überzeugt waren, dass sich ihnen der Gott Israels mit einer Botschaft für sein Volk sichtbar gemacht, offenbart hat. Dass etliche Schüler Jesu und eben auch Paulus nach Jesu Tod Visionen hatten, deren Inhalt sie so deuteten, dass Jesus nun bei Gott lebt, lässt sich historisch plausibel machen. Aber ob hinter diesen Erfahrungen ein mittelbares oder unmittelbares Wirken Gottes steht, bleibt – zum Glück – weiterhin eine Frage persönlicher Überzeugung.