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Kann man Glauben lernen?


Langenhorst1
Religionspädagoge Prof. Dr. Georg Langenhorst erläutert, weshalb manche Menschen glauben und andere nicht.



Warum glauben mache Menschen an Gott, andere nicht? „Ja“ und „Nein“! „Nein“, man kann Glauben letztlich nicht lernen, weil Glaube immer ein Geschenk ist, eine Gabe, etwas Unerklärliches. Es gibt so etwas wie religiöse Musikalität oder eben auch Unmusikalität. Manche Menschen haben von Geburt an einen Sinn für Religion; andere entwickeln diesen Sinn im Laufe ihres Lebens; einigen bleibt diese Di-mension grundsätzlich fremd. Nicht zu vergessen: Manche verlieren ihren Glauben im Laufe ihres Lebens oder legen ihn bewusst ab. Aber gleichzeitig „Ja“! Über den Glauben kann man vieles lernen. Gerade das Christen-tum scheut ja nicht das Wissen oder die Wissenschaften, sondern wächst aus ihnen, mit ihnen, manchmal in kritischer Auseinandersetzung. Deshalb ist Theologie ja auch ein - unverzichtbarer - Teil der Wissenschaften, auch an der Universität. Das aber ist nur der rationale Teil der Lernbarkeit von Glauben. Daneben tritt eine emotional-ganzheitliche Dimension des Lernens. Glauben lernt man existentiell von anderen Menschen, nicht aus Büchern. Glauben lebt von Vorleben, Mitleben und eigener Praxis. Im Wort „Gottesbe-ziehung“ verbinden sich das „Nein“ und „Ja“ unserer Frage: Wenn es Gott gibt, dann le-ben wir immer schon in einer Gottesbeziehung, von ihm aus, als Gabe. Sei uns das be-wusst oder nicht, sei uns das recht oder nicht. Gleichzeitig bleibt es unsere (Lern-) Auf-gabe, diese Beziehung zu erkennen, zu reflektieren und zu gestalten.