Wie wird eine Sprache erworben?
Englisch-Didaktiker Prof. Dr. Engelbert Thaler weiß als aktiver Fußballer, dass Sprachenlernen und Fußballspielen sehr eng miteinander verknüpft sind.
Wie wird eine Sprache erworben? Die Fremdsprachenforschung kennt drei grundlegende Modelle, die eine erstaunliche Ähnlichkeit zum Fußball aufweisen. Ähnlich wie der Behaviorismus Spracherwerb auf ein Reiz-Reaktions-Schema inklusive einschleifender Drill-Übungen reduziert, verspricht das Fußball-Modell des behavoristischen Drills Spielfertigkeit durch permanentes Training und wiederholte Imitation des gleichen Spielzugs.
Die Nativismus-Theorie des Sprachwissenschaftlers Chomsky geht von einer angeborenen Sprachbegabung aus (LAD: Language Acquisition Device); der selektive Nativismus (Repräsentant: Messi) erfordert ein FAD: Football Aquisition Device – man kann’s, oder man kann's nicht.
Die dritte Spracherwerbstheorie, der Interaktionismus, verbindet genetische Anlagen und Umwelteinflüsse; entsprechend fordert der kompetitive Footy-Interaktionismus „spielen, spielen, spielen“ und verlangt beides: Talent und Training, Genialität und Grätschen, Inspiration und Perspiration.
Zwar wird in der Fremdsprachendidaktik noch immer nach der besten Methode gesucht – im Fußball konkurrieren auch diverse Spielstile von der italienischen Catenaccio-Betonabwehr bis zum spanischen One-Touch-Kurzpass-Kreisel. Als vorherrschendes Konzept gilt aber Kommunikativer Fremdsprachenunterricht, der auf kommunikative Handlungsfähigkeit, sprachliche Gewandtheit, kooperatives Lernen, Produkt- und Prozessorientierung setzt. Verwandte Erfolgsfaktoren kennt die Fußballmannschaft: verbale und non-verbale Abstimmung, pro-aktives Handeln, flüssiges Kombinationsspiel, „der Star ist die Mannschaft“ – und bei der Spielbewertung gibt es die ergebnisorientierte Variante, aber auch die verlaufsorientierte Ästheten-Perspektive.