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Wann entstand das erste Buch


Hohoff
Bibliotheksdirektor Dr. Ulrich Hohoff erklärt den Weg vom Zeichen auf Tierknochen bis zum ersten gedruckten Buch.



Die heutige Form des Buches hat sich über lange Zeit in Schritten herausgebildet. Frühe Schriftzeichen finden wir in China auf Tierknochen und Bronzegefäßen. In Mesopotamien schrieb man im 3. Jahrtausend v. Chr. in frischen Ton, der anschließend gebrannt wurde. Die alten Ägypter nutzten erstmals die langen Stängel der Papyrusstaude, aber auch getrocknete Tierhäute (Pergament), um darauf zu schreiben und bewahrten sie in großen Rollen auf. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung löste der codex (lateinisch für Holzblock) diese Rollen allmählich ab. Er war das erste physische Buch. "Buch" ist die Übersetzung von "codex". Die Papyrus- und Pergamentblätter wurden dafür gefaltet und aufgeschnitten. Jetzt konnte man sie vorne und hinten beschreiben. Für die Heftung standen antike Schreibtafeln aus Holz mit einer Wachsschicht Pate, die man durch Ringe oder Schnüre miteinander verband. Je eine Holztafel oben und unten schützten den codex, der noch mit der Hand geschrieben wurde. Drei wichtige Erfindungen Drei weitere Erfindungen führten zum gedruckten Buch: das Papier (China, um 100; Deutschland, um 1390), der Druck ganzer Seiten in einer Presse (Buchdruck gab es bereits um 800 in China) und der Buchstabensatz des Johannes Gutenberg. Als erstes Buch des Abendlandes gilt die lateinische Prachtbibel B 42 aus Gutenbergs Druckerwerkstatt in Mainz. Die Wissenschaft datiert ihre Entstehung auf die Jahre 1452-1454.