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Was haben Museen mit Forschung zu tun?


Bickendorf-offiziell
Wer glaubt, dass in Museen Objekte nur gezeigt werden, der irrt. Professorin Gabriele Bickendorf, Lehrstuhlinhaberin für Kunstgeschichte/Bildwissenschaft, erklärt, was ein Museum mit Forschung zu tun hat.



"Nach Angaben des statistischen Bundesamtes besuchen wesentlich mehr Menschen alljährlich die Museen der Republik als ihre Fußballstadien." Mit dieser Feststellung erstaunt der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp immer wieder seine Zuhörer. Was aber macht Museen so attraktiv? Museen sind Schatzkammern und Lernorte zugleich, sie lassen die Besucher staunen und bewundern, aber auch begreifen und verstehen. Vor allem sind sie Orte einer sinnlichen Erfahrung, die die Vielfalt und Schönheit von Kunst und Kultur, von Natur und Technik im Wortsinn vor Augen führen. Die frühen Sammlungen des Humanismus vereinten häufig noch Kunstwerke und naturkundlich-technische Objekte, während wir heute reine Kunstmuseen und Technikmuseen kennen. Weniger bekannt ist, dass jedes Museum auch ein Forschungsinstitut ist. Die Erforschung ihrer Sammlungsobjekte gehört zu den vier zentralen Aufgaben der Museen, wie sie in einer Vereinbarung der UNESCO weltweit festgelegt wurden. Die Museen haben sich darin verpflichtet, zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln. Museumskuratoren sind aus diesem Grund Fachwissenschaftler, die Sammlungen selbst stellen Wissensspeicher für Gegenwart und Zukunft dar. Museen sind auch deswegen so attraktiv, weil hier den Besuchern durch Forschung gewonnenes Wissen in der musealen Präsentation, in Führungen und Vorträgen vorgestellt wird.