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Wo kommen Notenlinien her?


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Musikwissenschaftler Prof. Dr. Franz Körndle erläutert die Entwicklung der Notenlinien.



Die frühesten Notenzeichen (Neumen) seit der Karolingerzeit geben nur den Melodieverlauf, nicht aber exakte Tonhöhen an. Sie können also nicht als Vorschrift zum Absingen herangezogen werden. Daher entstand das Bedürfnis nach einer Präzisierung für die Niederschrift der Gesänge. Eine Möglichkeit bestand darin, die Silben des vorzutragenden Textes unterschiedlich hoch oder tief in eine Anordnung von mehreren Linien zu schreiben. Diese Linien sollten die Saiten eines Musikinstruments darstellen, die ähnlich der Harfe nach der Tonleiter gestimmt waren. Um 1030 schuf dann der Mönch Guido von Arezzo ein neues Linien-System, wobei man die Notenzeichen selbst auf oder auch zwischen die Linien setzen kann. Zur Fixierung der Tonhöhe erhielt die Linie für den Ton f eine rote Farbe, die Linie für c war dagegen gelb oder grün. Die übrigen Linien blieben braun oder schwarz. In dieser Weise sind unzählige Handschriften mit den Melodien des Gregorianischen Chorals aufgezeichnet. Die Anzahl der Linien war übrigens im Mittelalter nicht streng geregelt oder gar vorgeschrieben. Man nahm so viele, wie es der Umfang der Melodien erforderte. Erst im Lauf der Jahrhunderte kam es zu dem heute noch gebräuchlichen Standard von fünf Linien, offenbar, weil sich dabei ein besonders guter Überblick ergibt. Die Musik für Tasteninstrumente verwendete dagegen noch in der Barockzeit Systeme mit sechs oder sieben Linien.