Die Bestrebungen in Augsburg und im Regierungsbezirk Schwaben, die zur
Gründung der Universität Augsburg führten, setzten in den
1950er Jahren ein. Ziel war zunächst die Errichtung einer Medizinischen
Akademie; ein entsprechender Landtagsbeschluß (1962) wurde wegen der
Gründung einer zweiten Medizinischen Fakultät in München nicht
vollzogen. Danach konzentrierten sich die Bemühungen auf den Aufbau einer
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule. Zu diesem Zweck
konstituierte sich in Augsburg am 20. Mai 1966 unter dem Vorsitz von
Joseph-Ernst Fürst Fugger von Glött ein "Schwäbisches
Hochschulkuratorium", das zum Motor der weiteren Entwicklung bis zur
Universitätsgründung 1970 wurde und aus dem die "Gesellschaft der
Freunde der Universität Augsburg" (1969) hervorging.
Dieser Einsatz wirtschafts-, kultur- und bildungspolitisch engagierter Kreise
in Augsburg und Schwaben fand in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre im
Zuge einer Neuorientierung der bayerischen Kulturpolitik günstige
Rahmenbedingungen: Bei der geplanten Regionalisierung des Hochschulwesens im
Freistaat war Augsburg der gegebene Standort einer Hochschule beziehungsweise
Universität für den Regierungsbezirk Bayerisch-Schwaben. Dabei
spielten auch die Bestrebungen eine Rolle, die Lehrerbildung in die
Universitäten zu integrieren und die Pädagogische Hochschule Augsburg
der Universität München als Fakultät einer Augsburger
Hochschule einzugliedern. Unterstützt wurde die Augsburger
Universitätsneugründung durch das Bemühen von Bischof Dr.
Stimpfle, die Ausbildung des Klerusnachwuchses weiterhin innerhalb seiner
eigenen Diözese sicherzustellen und angesichts der sich abzeichnenden
Integration der in Bayern bestehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule
in die alten Landesuniversitäten eine eigene Theologische Fakultät in
einer neuen Augsburger Hochschule einzurichten. Über diese Bestrebungen
u. a. lassen sich Traditionslinien zur ersten dauerhaften
Universitätsgründung im heutigen Regierungsbezirk Schwaben ziehen:
Sie wurde von dem Augsburger Bischof Kardinal Otto Truchseß von Waldburg
in der bischöflichen Residenzstadt Dillingen 1551 vollzogen, und zwar als
erste Universitätsgründung der Gegenreformation im Reich in der
Nachfolge einer kurzlebigen Benediktiner-Universität im Kloster Ottobeuren
(1542/43), die 1544 bis 46/47 im Kloster Elchingen fortbestand; nach der
Säkularisation und der Angliederung des reichsunmittelbaren Hochstifts
Augsburg an Bayern 1802/03 wurde die Universität Dillingen als Institut
zur Ausbildung katholischer Theologen in ein Lyceum mit einer Zwitterstellung
zwischen Gymnasium und Universität umgewandelt, das seit 1923 die
Bezeichnung Philosophisch-Theologische Hochschule (ohne Habilitations- und
Promotionsrecht) führte.
Die Grundlinien der Entwicklung der Augsburger Universität lassen sich
anhand etlicher Daten nachzeichnen.