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Geld: Gehalt und BAföG im Praktikum


Praktika und Mindestlohn

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn. Damit haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf einen Lohn von mindestens 8,50 Stunde.

Für Praktika müssen Arbeitgeber den Mindestlohn bezahlen, wenn es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt, das länger als drei Monate dauert. Dann ist der Mindestlohn vom ersten Tag der Beschäftigung fällig.

Für freiwillige Praktika, die kürzer sind als drei Monate und Pflichtpraktika (d.h. Praktika, die laut Studien-/Prüfungsordnung vorgeschrieben sind und ohne die das Studium nicht beendet werden kann) fallen nicht unter die Mindestlohnregelung.

Bei Pflichtpraktika ist noch zu beachten, welche Dauer in der Studien- oder Prüfungsordnung eines Studiengangs vorgesehen ist. Die dort angegebene Dauer des Praktikums ist nicht mindestlohnpflichtig. Eine längere Beschäftigung, für die kein Mindestlohn bezahlt wird, ist mit der Begründung eines Pflichtpraktikums nicht möglich.

Weitere Informationen zum Mindestlohn, z.B. zu Fragen wie „Kann ich bei einem Arbeitgeber mehrere mindestlohnfreie Praktika absolvieren?“ findet ihr in zwei Broschüren des Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

Broschüre„"Das Mindestlohngesetz im Detail" (für Praktika relevant sind die S. 29 – 35)

Broschüre „Der Mindestlohn für Studierende“

Mindestlohn Hotline (BMAS): 030 / 60 28 00 28 (Mo-Do, 08-20 Uhr)
www.der-mindestlohn-gilt.de

Praktikumsvergütung – was ist üblich?

Grundsätzlich gilt, dass es Arbeitgeber sehr unterschiedlich handhaben, ob sie für Praktika, bei denen sie nicht zur Zahlung eines Mindestlohns verpflichtet sind, Praktikanten ein Geld zahlen bzw. wie hoch das Gehalt ausfällt: Einige zahlen bis zu 800 € monatlich, in anderen Bereichen – z.B. Medien, Kultur, Öffentlicher Dienst, Soziales – sind unbezahlte Praktika häufig die Regel. So hat eine Studie der DGB-Jugend in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung ergeben, dass etwa 40 % der Praktika von Studierenden unbezahlt sind.

Der Mittelwert der Praktikantengehälter liegt bei ca. 400 Euro monatlich. Generell kann man sagen, dass die Bezahlung von der Branche sowie der Größe des Unternehmens sowie dem Studienfach und der Qualifikation des Studenten abhängig ist: Bei wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund und großen Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit eines unbezahlten Praktikums deutlich geringer, während die Vergütung im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften deutlich unter dem Durchschnitt liegt.

Grundsätzlich sollten Studierende fragen, ob sie für das Praktikum eine Vergütung erhalten können. Selbst wenn für das Praktikum nichts bezahlt wird, ist es manchmal möglich, eine andere Art von Entlohnung zu erhalten, z.B. einen Fahrtkostenzuschuss, die Möglichkeit, an (firmeninternen) Weiterbildungen teilzunehmen etc.

Bei unbezahlten Praktika muss jeder/jede Studierende selbst abwägen, wie hoch der individuelle Nutzen einzuschätzen ist.

BAföG

In der Regel unterscheiden BAföG-Ämter zwischen einem Pflichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum. Bei einem Praktikum vor und während der Studienzeit besteht ein Anspruch auf Förderung durch BAföG. Ist das Praktikum vergütet, sind bestimmte Einkommensgrenzen einzuhalten, da die Vergütung sonst als Einkommen angerechnet wird. Während der Zeit eines freiwilligen Praktikums, egal wann es absolviert wird, besteht kein Anspruch auf BAföG. Mehr dazu finden Sie hier.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass Sie sich vor einem geplanten Praktikum mit Ihrem Sachbearbeiter des Studentenwerks in Verbindung setzen.