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Wann, wie lange und wo sollte ich meine Praktika machen?


Wann im Studienverlauf mache ich am Besten meine Praktika?

Welcher Zeit­punkt sich für Prak­ti­ka an­bie­tet, hängt vom vor­ge­sehen­en Ver­lauf Ih­res Stu­di­ums ab. Die­sen können Sie der Prü­fungs-/ Stu­dien­ord­nung und dem Mo­dul­hand­buch zu Ih­rem Stu­dien­gang ent­neh men. Die­se sind in der Rechts­samm­lung der Uni­ver­si­tät un­ter dem je­wei­li­gen Stu­dien­gang zu fin­den.


Für ein erstes Prak­ti­kum ist un­ter in­halt­lichen Ge­sichts­punk­ten nach et­wa zwei Se­mestern ein gu­ter Zeit­punkt. Dann ha­ben Sie sich an der Uni­ver­si­tät ein­ge­wöhnt und erste Fach­kennt­nisse er­wor­ben, wo­rauf ei­ni­ge Ar­beit­ge­ber Wert le­gen. Die­ses Prak­ti­kum sollte der Orien­tier­ung die­nen. Bei der Pla­nung wei­terer Prak­ti­ka kann man un­ter­schied­liche Stra­te­gien ver­fol­gen: Sich auf ei­nen Be­reich fo­kussie­ren oder Prak­ti­ka in un­ter­schied­lichen Be­rei­chen ab­sol­vie­ren. Bei des kann sinn­voll sein. Wel­cher Zeit­raum sich für wei­tere Prak­ti­ka an­bie­tet, hängt von Ih­ren wei­teren Plä­nen ab: Pla­nen Sie ei­nen Aus­lands­auf­ent­halt? Möch­ten Sie nach dem Bache­lor noch ei­nen Master machen? Ei­ni­ge Stu­dieren­de nut­zen die Zeit, in der Ih­re Bache­lor­ar­beit korri­giert wird (das sog. Korrek­tur­se­mester) für ein Pra­kti­kum, an­dere schie­ben zwi­schen Bache­lor und Master ein län­geres Prak­ti­kum ein.


Neben Prak­ti­ka im In­land kann ein Aus­lands­prak­ti­kum sinn­voll sein. Häu­fig wer­den für Aus­lands­prak­ti­ka erste prak­tische Er­fah­run­gen im In­land er­war­tet, was Sie bei der Pla­nung Ih­rer Prak­ti­ka be­rück­sich­ti­gen soll­ten. Zur Or­ga­ni­sa­tion und Fi­nan­zier­ung von Aus­lands­prak­ti­ka in­for­miert und be­rät Sie das Aka­de­mische Aus­lands­amt der Uni­ver­si­tät Augs­burg.

 

Praktika nach Studienabschluss?

Prinzipiell sollten Prak­ti­ka wäh­rend des Stu­di­ums ab­sol­viert werden. Prak­ti­ka nach Stu­dien­ab­schluss sind nur in Aus­nah­me­fällen sinn­voll. Wenn Sie ein Hoch­schul­stu­di­um ab­ge­schlossen und zu­sätz­lich ei­ni­ge prak­tische Er­fah­run­gen ge­sammelt ha­ben, sind sie hoch qua­li­fi­ziert – was sich auch in den Ar­beits­ver­trä­gen wi­der­spie­geln soll­te. Mit ei­nem Prak­ti­kum nach Stu­dien­ab­schluss ver­kau­fen Sie sich in der Re­gel un­ter Wert. Nach dem Stu­di­um meh­re­re Prak­ti­ka zu ma­chen, kann im schlech­testen Fall für Ar­beit­ge­ber so­gar irri­tie­rend wir­ken: Er / sie hat so vie­le Prak­ti­ka ge­macht, wa­rum fin­det er / sie kei­ne re­gu­lä­re Stelle? Traut er / sie sich das nicht zu? Wa­rum hat sich bei kei­nem der Prak­ti­kums­plät­ze im An­schluss an ein Prak­ti­kum ei­ne Fest­an­stell­ung er­ge­ben?

 

Überbrückungsmöglichkeiten an­stelle eines Prak­ti­kums

Praktika nach Studien­ab­schluss wer­den häu­fig aus An­gst vor der Lücke im Le­bens­lauf ge­macht. Da­bei ist es wich­tig zu wissen: Bei be­stimm­ten Stu­dien­fächern – ins­be­son­dere den Gei­stes- und So­zial­wissen­schaf­ten, aber z.B. auch bei Ar­chi­tek­ten – ist ein hol­pri­ger Über­gang ins Be­rufs­le­ben nor­mal. Häu­fig gibt es bessere Mög­lich­kei­ten, die Zeit der Ar­beits­lo­sig­keit nach dem Ex­a­men zu über­brücken: Freie Mit­ar­beit, Werk- bzw.- Hono­rar­ver­träge, stu­dien­nahe Jobs mit Über­gangs­cha­rak­ter oder auch Zeit­ar­beit. Diese qua­li­fi­zie­ren eben­falls für den spä­teren Be­ruf und sind meist besser be­zahlt.

 

Zur Festanstellung über Praktika? Eher nein…

Aber bieten Praktika nach dem Stu­dium nicht auch die Mög­lich­keit, bei Ar­beit­ge­bern ei­nen Fuß in die Tür zu be­kommen und über ein Prak­ti­kum zu ei­ner Fest­an­stell­ung zu kommen? Die­se Mög­lich­keit be­steht na­tür­lich, an­derer­seits hat eine Stu­die des In­ter­nationa­len In­sti­tuts für Em­pi­rische So­zial­öko­no­mie er­ge­ben, dass nur je­des fünf­te Un­ter­neh­men im An­schluss Prak­ti­kan­ten in ein re­gu­lä­res Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis über­nimmt. Wer über ein Prak­ti­kum auf ei­ne Fest­an­stellung hofft, soll­te dies spä­testens beim Be­wer­bungs­ge­spräch an­sprechen und die Chan­cen da­für rea­lis­tisch aus­lo­ten.

Unter der Schlag­zeile "Genera­tion Prak­ti­kum" wur­de in den Me­dien vor ei­ni­gen Jah­ren an­ge­pran­gert, dass ei­ni­ge Fir­men Ab­sol­ven­ten als Prak­ti­kan­ten ein­stellen und mit die­sen billi­gen Ar­beits­kräf­ten Voll­zeit­kräf­te er­setz­ten. Wie ver­brei­tet sol­che Schein­prak­ti­ka sind, ist schwer ab­zu­schät­zen. Im Zu­ge die­ser De­batte ist die Ini­tia­ti­ve „Fair Com­pany“ ent­stan­den, bei der mitt­ler­wei­le mehre­re Hun­dert Ar­beit­ge­ber aus un­ter­schied­lich­sten Bran­chen mit­machen. Die­se ver­pflich­ten sich, Be­rufs­an­fän­ger fair zu be­han­deln und sie nicht als billi­ge Ar­beits­kräf­te zu miss­brau­chen. Für „faire Prak­ti­ka“ en­ga­giert sich darüber hi­naus auch der Fair­work e.V.. Auf de­ren In­ter­net­sei­te können Sie z.B. Er­fah­rungs­be­richte über Prak­ti­kums­ge­ber nach­lesen. Ei­nen ent­sprechen­den Ser­vice bie­tet auch die Ju­gend des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des.


Wann ein Praktikum nach Studien­ab­schluss Sinn macht

Nach dem Studien­abschluss noch ein Prak­ti­kum zu machen, kann dann sinn­voll bzw. not­wen­dig sein, wenn Sie wäh­rend des Stu­di­ums kei­ner­lei oder nur we­ni­ge prak­tische Er­fahrun­gen ge­sammelt haben (wo­bei dies nicht nur durch Praktika, son­dern auch in an­deren Kon­tex­ten mög­lich ist, sie­he da­zu der Ar­ti­kel „Mög­lich­kei­ten, Pra­xis­er­fah­run­gen zu sammeln“). Auch als Über­brück­ung zwi­schen Bache­lor und Master kann es sinn­voll sein, ein (län­ger­es) Prak­ti­kum zu ab­sol­vie­ren. In den an­gel­sächsi­schen Län­dern ist die­ses so­genannte „gap year“ sehr ver­brei­tet. Sie soll­ten je­doch im Au­ge be­hal­ten, dass Sie mit dem Bache­lor-Ab­schluss Ih­ren Stu­dieren­den­sta­tus ver­lie­ren, was Aus­wir­kun­gen auf BAföG, Kin­der­geld, Kran­ken­ver­sicher­ung, etc. hat. Wenn Sie über 25 Jah­re alt sind, ent­fällt die Mög­lich­keit der Fa­milien­ver­sicher­ung und sie müssen sich im schlech­tes­ten Fall re­gu­lär ver­sichern.

 

Wie lange sollte ein Praktikum dauern?

4 Wochen sind das Mini­mum, um einen Ein­blick in eine Fir­ma oder ei­nen Ar­beits­be­reich zu be­kommen. Wir ra­ten Stu­dieren­den je­doch zu län­geren Prak­ti­ka von 2 – 4 Mo­na­ten, da Sie dann auch in Pro­jek­te ein­ge­bun­den wer­den und an­spruchs­vollere Tä­tig­kei­ten über­neh­men können. Wel­che Dau­er sinn­voll und mach­bar ist, hängt von vie­len Fak­to­ren ab: Dem Ver­lauf Ih­res Stu­di­ums, dem Prak­ti­kums­ge­ber, wel­ches Ziel Sie mit dem Prak­ti­kum ver­fol­gen etc. Auch von zu lan­gen Prak­ti­ka ra­ten wir ab: Bei Prak­ti­ka, die für mehr als 6 Mo­nate an­ge­setzt sind, be­steht die Ge­fahr, dass Prak­ti­kan­ten als Er­satz für re­gu­lä­re Ar­beits­kräf­te „miss­braucht“ wer­den.

Unter Umständen bie­tet es sich, für ein Prak­ti­kum ein Ur­laubs­se­mester ein­zu­le­gen: Ei­ner­seits ha­ben Sie dann län­ger Zeit als in den Se­mester­fe­rien, an­derer­seits be­kommen Sie zu Zei­ten, wo nicht alle Prak­ti­ka machen wollen, un­ter Um­stän­den in­ter­essan­tere Prak­ti­kums­plät­ze

Nähere Infos zur Be­ur­lau­bung für Prak­ti­ka