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Kunst am Bau


Vom 27. Juni bis zum 1. Juli 2005 zeigte das Staatliche Hochbauamt Augsburg am Alten Postweg die Arbeiten, die im Rahmen des Wettbewerbs zur künstlerischen Gestaltung des Campus-Neubaus innocube von sieben eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern eingereicht worden waren. Die Jury hatte schliesslich die Arbeit "Fayancen" von Stephan Baumkötter aus Köln für den innocube ausgewählt. Einer der Gründe: Baumkötters "Fayancen" zeichnen sich durch eine optimal gelungene Verbindung von Innen- und Außenbereich aus und stellen einen Bezug zu den Arbeits- und Forschungsthemen im innocube her.

Fayence im innocube

Über die Fayencen schreibt Stephan Baumkötter:

"Elf weiß glasierte runde Keramikplatten (10 mm stark, Durchmesser ca. 15 bis 40cm) mit farbigen Zeichnungen - 'Fayencen' - werden an den Wänden des innocube angebracht. Die Zeichnungen verbinden Zufall und Ordnung, wie sie ebenso Prinzip von wissenschaftlicher Forschung und Natur sind. Sie sollen Intelligenz und Sensibilität vermitteln, anstelle von Repräsentation.

Ziel ist es, eine Arbeit zu schaffen, die nicht mit der Zeit in die Architektur übergeht, und keine Wahrnehmung mehr erzeugt, sondern durch kleine aber sehr präzise Eingriffe immer wieder Aufmerksamkeit schafft. Ein Detail an einem Haus fasziniert oft mehr als eine Fassade. Die Wiederholungen im Haus erzeugen einen Zusammenhang und können als eine einzige nicht auf einmal wahrnehmbare Arbeit gesehen werden. Das heißt, dass ein Teil der Arbeit immer wahrnehmbar, ein anderer lediglich in der Erinnerung präsent ist. Die Fayencen sollen auf der Wand ähnlich Edelsteinen oder Kristallen wirken, das heißt, relativ klein aber sehr intensiv und kostbar. Alle Zeichnungen sind verschieden.

Mit der Idee des innocube verbinde ich Präzision und Komplexität. Interessant fand ich, dass der innocube sich besonders mit dem 'Kleinen' beschäftigt, (Nanotechnik, Rasterelektronen-mikroskop) und mit Materialkunde. Dies versucht meine Arbeit spielerisch aufzugreifen durch die verschiedenen Strukturen der Zeichnungen und ihrer Materialität. Im Außenbereich wird eine 'Zeichnung' aus drei sich überschneidenden, kreisenden Linien, mit verschiedenfarbigen, glasierten Ziegeln bündig in den Erdboden verlegt - die gleiche Struktur und das gleiche Material der Zeichnungen an den Innenwänden, verbindet Innen- und Außenbereich des innocubes. Die 'subjektive' Linie der Zeichnungen ergänzt die 'objektive' Form des Kubus des Gebäudes zur Ganzheit."