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Simone Lackerbauer


Gesellschaft hacken? Eine Diagnose der Internet-Devianz (Arbeitstitel)

Seit seinen Ursprüngen am MIT in den späten 1960er Jahren hat das Hacken die virtuellen Räume längst verlassen. Insbesondere mit der Expansion und Kommerzialisierung des Internet in den vergangenen 25 Jahren haben die Handlungsmöglichkeiten zugenommen: Hardware, Software, Wetware, Netzwerke und Medien werden gehackt. Dabei liegen dem Hacken eigene Normen und Werten zugrunde, die unterschiedlich interpretiert werden. Hacks stellen etablierte soziale Strukturen infrage und nutzen rechtliche Grauzonen aus. Denn es existiert kein allumfassendes Regelwerk für das Handeln im Internet, das bestimmt, was online normal oder deviant ist. Seit Bundestrojaner und NSA-Skandal kann heute jeder Akteur zum Hacker werden, zusätzlich sorgt die fortschreitende Technisierung des Alltags mit ihren Innovationen für Komplexität. Dieses Dissertationsprojekt knüpft hier an und stellt die Frage: Wo entsteht durch Internet-Hacken ein Regelungsdefizit, oder wird eine Ordnungserwartung formuliert? Wie (re)agieren die involvierten Akteure, um Ordnung (wieder)herzustellen? Mit der kulturalistischen und Wissenssoziologischen Diskursanalyse als Forschungsperspektive beschäftigt sich diese empirische Arbeit mit der Produktion und Verbreitung kollektiven Wissens über das Hacken, zu seiner historischen Verortung, sowie zur Aufdeckung der Machtstrukturen und diskursiven Kämpfe. Mittels postmoderner Situationsanalyse und Grounded Theory sollen Dokumente aus der Hacker-Geschichte, Ereignisse und fokussierte Interviews mit Hackern die Erzählung der Internet-Devianz sichtbar machen.