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Datenbank althochdeutsche Griffelglossen


Griffelglossen weisen bisweilen eine von der sonstigen Überlieferung des Althochdeutschen abweichende schriftliche Wiedergabe von Lauten auf, die in den Grammatiken – wenn überhaupt – meist nur als "mangelhafte" oder v. a. "in Glossen" zu findende Schreibungen erwähnt werden. Manche dieser seltsam "unpassenden" Graphien können allerdings auch anders als lediglich "glossenspezifisch" beurteilt werden. Das bislang untersuchte Material lässt in nicht seltenen Fällen erkennen, dass sich hinter vermeintlich fehlerhaften Schreibungen durchaus ernstzunehmende Bemühungen um eine lautlich adäquate Wiedergabe des tatsächlich gesprochenen "Althochdeutschen" in der Frühzeit der Verschriftlichung des Deutschen verbergen. Vor diesem Hintergrund erscheinen manche dieser Graphien auch als Reflexe von bis dato viel später zu erwartenden Lautwandelerscheinungen, die sich eben im Glossenmaterial (v.a. bei Griffelglossen) bereits zu früherer Zeit manifestieren. Da es sich bei Griffelglossen in der Regel um originale sprachliche Äußerungen aus der Frühzeit des Deutschen handelt, stellen sie eine wertvolle Quelle für unsere Kenntnis der Grammatik der ältesten überlieferten Sprachstufe des Deutschen und die sprachhistorische Forschung insgesamt dar, da hier darüber hinaus auch Phänomene gesprochener (Alltags-)Sprache aufscheinen, auf die wir in diesen frühen Überlieferungsschichten ansonsten kaum Zugriff haben. Um solche Hinweise auf einer breiteren empirischen Basis zu prüfen, ist es wichtig, einen schnellen Zugriff auf das entsprechende Vergleichsmaterial, also andere Glosseneditionen, zu haben, die bislang nur verstreut in Einzeluntersuchungen vorliegen. Mit Hilfe einer Datenbank können alle bislang edierten und untersuchten Griffelglossen samt ihrer Überlieferungsdaten (Handschriften, Lokalisierung, Datierung) erfasst und und im Hinblick auf Fragestellungen einer zukünftig zu schaffenden "Grammatik der Griffelglossenüberlieferung" abgefragt werden.

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