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Zorn und Zornkontrolle im antiken Judentum und frühen Christentum.



Ein Beitrag zur Historischen Psychologie

In der antiken Affektpsychologie spielte der Zorn eine herausragende Rolle. Man fragte sich: Gibt es einen gerechten Zorn oder ist Zorn per se negativ zu werten? Woher kommt der Zorn? Von außen oder aus dem Inneren des Menschen? Wie äußert er sich? Welche Folgen hat er? Wie geht man mit dem Zorn um – mit dem eigenen und auch dem fremden, dem man selbst ausgesetzt ist oder bei anderen beobachtet? Wie begrenzt man (destruktiven) Zorn?
Welche individuellen und sozialpsychologischen Voraussetzungen, Mechanismen und Konsequenzen werden in der Antike beschrieben? Lassen sich gender-, gruppen-, schicht- und milieuspezifische Unterschiede ausmachen? Welche Rolle spielen religiöse Überzeugungen und Bewältigungsmechanismen bei der Deutung und dem Umgang mit dem Zorn?
Das Projekt versteht sich als Beitrag zur „Historischen Psychologie“. Ausgehend von antiken hellenistisch-jüdischen und frühchristlichen Texten sucht es die dort zum Ausdruck kommenden antiken psychologischen Vorstellungen zu erfassen, ohne vorschnell moderne Ideen in die damalige Zeit zurückzuprojizieren. Die sehr differenzierten antiken Wahrnehmungen und Bewältigungsformen des Zorns können auch für uns heute eine Anregung sein.

Projektbeteiligte