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Förderung interkultureller Elternarbeit
SS 2009


Eltern gehören zum unmittelbaren sozialen Nahbereich der Schulen. Sie als Erziehungspartner zu gewinnen, ist gerade für den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund von entscheidender Bedeutung. Mitunter kommt es jedoch gerade an der Schnittstelle zwischen Schule und Lebenswelt zu kulturell mitbedingten Missverständnissen und Konflikten, welche die Interaktion zwischen den Hauptbeteiligten beeinträchtigen. Gefragt ist daher eine Förderung der interkulturellen Kompetenzen, welche aus der Perspektive der Schulentwicklung zunächst bei den Lehrkräften ansetzt. Allerdings kommt diesem Element der pädagogischen Professionalität in der grundständigen Lehrerausbildung bislang nur eine Nebenrolle zu.

An diesem Ausgangspunkt setzt das aktuelle Lehrerfortbildungsangebot des ZdFL der Universität Augsburg an und widmet sich im Sommersemester 2009 der Förderung interkultureller Elternarbeit. Ein Vortrag von Prof. Dr. Manuela Westphal wendet sich an Lehrkräfte ebenso wie an Mitglieder der Schulleitungen und der Schulverwaltung sowie an interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der praxisbezogene Workshop von Sema Mühlig-Versen ist auf die konkreten Bedürfnisse der Lehrkräfte aller Schulformen sowie von Schulsozialpädagog(inn)en und -psycholog(inn)en ausgerichtet.

Ankündigungsposter und Flyer zur Veranstaltung


Vortrag:

Interkulturelle Kompetenzen in der schulischen Elternarbeit

Referentin: Prof. Dr. Manuela Westphal

In Anbetracht der prekären schulischen Situation vieler Kinder und Jugendlicher aus Einwandererfamilien sowie der Erfahrung eines langjährigen Scheiterns der Kontakte zwischen Schulen und Eltern wird gegenwärtig von einem dringenden Handlungsbedarf in der schulischen Elternarbeit ausgegangen. In der Praxis finden sich bislang noch vereinzelt, jedoch mit zunehmender Tendenz Projekte und Maßnahmen, die die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund erproben. Für die Gestaltung einer verbesserten Zusammenarbeit von Schule und Eltern gelten interkulturelle Kompetenzen von Lehrern und Lehrerinnen als ein wesentliches Element. Die Verwendung des Begriffs „interkulturelle Kompetenzen“ gilt vielfach selbst bereits als Programm, ohne dass inhaltlich präzisiert und konkretisiert wird, um was und um wen es sich dabei handeln soll.

In dem Vortrag wird der Entwicklungsbedarf der Schule im Umgang mit migrationsbedingter Heterogenität am pädagogisch zunehmend bedeutsamen Bereich der Elternarbeit beleuchtet. Interkulturelle Kompetenzen werden als ein umfassendes und reflektierendes Konzept der schulischen Zusammenarbeit mit Eltern vorgestellt und diskutiert.

Zielgruppe: Lehrer/innen aller Schularten
Termin: Donnerstag, 2. Juli 2009
Zeit: 18.15 - 19.45 Uhr
Ort: HS 1004, Physik-Hörsaalzentrum (Geb. T), Universitätsstraße 1

Die Referentin:

Prof. Dr. phil. Manuela Westphal, 2008/2009 Gastprofessur für Heterogenität und Bildung an der Universität Augsburg, seit 2002 Juniorprofessur für allgemeine Pädagogik / Geschlechterforschung an der Universität Osnabrück, Mitglied im Institut für Migration und Interkulturelle Studien (IMIS). Studium der Erziehungswissenschaften an den Universitäten Hannover und Osnabrück. 


Workshop:

Interkulturelle Elternarbeit. Eltern gewinnen – entspannt unterrichten

Moderatoren: Sema Mühlig-Versen, Harry Kullmann

Das Spannungsfeld zwischen einer angemessenen schulischen Förderung von Schüler/innen aus den verschiedenen Milieus und Lebenslagen, den Erwartungen der Eltern und der öffentlichen Diskussion um Bildungsgerechtigkeit stellt eine Herausforderung dar für Lehrkräfte aller Schularten und verursacht alltäglichen Handlungsdruck. Empirische Studien haben mehrfach belegt, dass Eltern mit Migrationshintergrund und aus sozialschwachen Milieus verstärkt Unterstützung und Sicherheit im Umgang mit schulischen Ansprechpartnern benötigen. Eine erfolgreiche Elternarbeit gerät dabei zunehmend in den Mittelpunkt der Anstrengungen von Schulen, sie setzt eine Erweiterung der Kompetenzen von Lehrkräften für die interkulturelle Elternarbeit voraus.

Der Workshop bietet die Möglichkeit, sich praxisorientiert mit der Methode „Zukunftswerkstatt“ auseinander zu setzen und Impulse für die eigene Arbeit mit Eltern zu gewinnen.

Die Zukunftswerkstatt wird in drei Phasen moderiert:

1. Kritikphase & Problemdefinition: Aktuelle Studien und subjektive Alltagswahrnehmung von Lehrer/innen zum Thema Elternzusammenarbeit

2. Visionsphase: Visionen zur künftigen  Zusammenarbeit von Lehrer/innen und Eltern. Wie gestaltet sich eine gelingende „Interkulturelle Elternarbeit“ im Idealfall?

3. Strategiephase: Entwicklung von Zielen, Strategien und ersten Schritten für eine gelungene Elternarbeit

Die Reflexion über den möglichen Einsatz der Zukunftswerkstatt in der pädagogischen Zusammenarbeit mit Eltern ist integrierter Bestandteil der Fortbildung.

Zielgruppe: Lehrer/innen aller Schularten
Vorläufiger Termin: Donnerstag, 9. Juli 2009
Zeit: 10.30 - 13.30 Uhr und 14.30 - 18.00 Uhr
Ort: Raum 3040, Gebäude A
Veranstaltungsgröße: max. 20 Teilnehmer/innen

Die Moderator(inn)en:

Sema Mühlig-Versen, Diplom Sozialpädagogin. Seit 1998 als Interkulturelle Trainerin & Coach tätig, seit 2000 Lehrbeauftragte an der Hochschule für Sozialwesen München,

Bildungsreferentin für Interkulturelle Kommunikation und freiberufliche Referentin an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen, dem PI München und der Stadtakademie Augsburg. Koordinatorin für interkulturelle Konfliktmediation bei der AWO München,

Ausbilderin für interkulturelle Fachberater/Innen am BFZ Augsburg, für Genderpädagogik am Institut für Jugendarbeit in Gauting sowie Dozentin für die Schulung interkultureller Dolmetscher der Stadt Ludwigsburg. Frau Mühlig-Versen hat zahlreiche Zusatzausbildungen zum Thema Interkulturelle Verständigung, Coaching und Mediation absolviert.

Dr. Harry Kullmann (Co-Moderator). Gymnasiallehrer, Akademischer Rat am Zentralinstitut für didaktische Forschung Lehre der Universität Augsburg. Federführende Tätigkeit in der Organisation und Konzeption von Lehrerfortbildungen zum Schwerpunktthema „Heterogenität und Bildungserfolg“. Mehrjährige Forschungserfahrung zu Fragestellungen der Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie der Lehrerbildung.

Dieser Workshop wird im Rahmen des Programms „SchulePlus“ finanziell und organisatorisch unterstützt vom Schulreferat der Stadt Augsburg.

 

Hinweis zur Anmeldung:

Eine Anmeldung zum Vortrag von Frau Prof. Westphal ist nicht erforderlich.

Ihre Anmeldung zu dem Workshop von Frau Mühlig-Versen sowie Rückfragen zu beiden Veranstaltungen können Sie richten an: harry.kullmann@zdfl.uni-augsburg.de