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Schulentwicklung durch interkulturelle Elternarbeit
WS 2009/2010


Eltern gehören zum unmittelbaren sozialen Nahbereich der Schulen. Sie als Erziehungspartner zu gewinnen, ist gerade für den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund von entscheidender Bedeutung. Mitunter kommt es jedoch gerade an der Schnittstelle zwischen Schule und Lebenswelt zu kulturell bedingten Missverständnissen und Konflikten, welche die Interaktion zwischen den Hauptbeteiligten beeinträchtigen. Gefragt ist daher eine Förderung der interkulturellen Kompetenzen, welche aus der Perspektive der Schulentwicklung zunächst bei den Lehrkräften ansetzt. Allerdings kommt diesem Element der pädagogischen Professionalität in der grundständigen Lehrerausbildung bislang nur eine Nebenrolle zu.

Das Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre der Universität Augsburg setzt aufgrund großer Nachfrage seine Lehrerfortbildungen zur interkulturellen Elternarbeit im Wintersemester 2009 / 2010 fort. Ein Vortrag von Prof. Dr. Werner Sacher wendet sich an Lehrkräfte ebenso wie an Mitglieder der Schulleitungen und der Schulverwaltung sowie an interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der praxisbezogene Workshop von Sema Mühlig-Versen ist auf die konkreten Bedürfnisse der Lehrkräfte aller Schulformen sowie von Schulsozialpädagogen und -psychologen ausgerichtet.

Flyer zur Veranstaltung


Vortrag:

Interkulturelle Elternarbeit. Forschungsergebnisse und Konsequenzen für die Schulpraxis

Anhand der Ergebnisse aus PISA wird in diesem Vortrag zunächst das enorme Potenzial der Elternarbeit aufgezeigt und anschließend ein Modell effektiver Elternarbeit vorgestellt. Dieses Modell ist auf den Lern- und Erziehungserfolg der Kinder ausgerichtet und berücksichtigt sämtliche Grundlagen und Aufgaben der Elternarbeit. Unter Bezug auf dieses Modell und im Lichte zentraler Forschungsergebnisse werden sodann die Besonderheiten und Herausforderungen in der Beziehung zwischen der Schule und Eltern mit Migrationshintergrund erörtert. Thematisiert werden etwa die Bildungsaspirationen verschiedener Elterngruppen, die Atmosphäre der Kontakte zwischen Eltern und Lehrkräften, die Kontakte zwischen Eltern mit und ohne Migrationshintergrund, die Erziehungskooperation zwischen Familie und Schule sowie schließlich die Möglichkeiten zu Elternbildung und Elterntraining. Konsequenzen für die praktische Arbeit werden jeweils bei der Erörterung der einzelnen Aspekte und in einer Zusammenfassung vorgeschlagen.

Zielgruppe: Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten
Termin: Donnerstag, 26. November 2009
Zeit: 18.15 - 19.45 Uhr
Ort: HS 1004, Physik-Hörsaalzentrum (Geb. T), Universitätsstraße 1

Der Referent:

Prof. Dr. Dr. habil. Werner Sacher, 1966 bis 1974 Schuldienst in Unter- und Mittelfranken, begleitend Zweit­studium und Promo­tion, wissenschaftlicher Assistent an der Universität Würz­burg, wis­senschaftlicher Mitarbeiter am Staats­institut für Schul­päd­agogik in Mün­chen, Dozent an der Universität Bamberg, Habilitation 1986, 1991 bis 1996 Professor an der Universität Augsburg, 1996 bis 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg; seit April 2008 emeritiert.

Forschung und Publikationen über Schul- und Bildungsgeschichte, Medienpädagogik, Allgemeine Didaktik, Schulentwicklung und Elternarbeit.

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Werner Sacher am 26.11.2009


Workshop:

Interkulturelle Kompetenz:  Professionelle Zusammenarbeit mit Eltern

Das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer/innen ist zumeist distanziert. Besonders im interkulturellen Kontext wird es mitunter von wechselseitigen Vorurteilen und unerfüllbaren Wünschen geprägt. Die Eltern klagen über die Lehrer/innen, die entweder zu hohe Leistungserwartungen haben oder sich zu wenig um den Lernerfolg ihrer Schüler/innen kümmern. Die Lehrer/innen äußern ihrerseits, dass die Eltern ihre Kinder nicht „richtig“ erzogen hätten und nicht genug für schulische Belange motivieren würden. Zudem kümmerten sich viele Eltern zu wenig um die Hausaufgaben ihrer Kinder.

Sicherlich sind solche Klagen manchmal gerechtfertigt – häufig aber auch nicht. Die daraus resultierenden Abwehrhaltungen verhindern nicht nur die Integration und Lösung von Problemen, die einzelne Schüler/innen betreffen, sondern auch das Entstehen kooperativer Beziehungen zwischen Eltern und Lehrer/innen, die dem Kindeswohl entsprechen.

In diesem Seminar werden bewährte Methoden des interkulturellen Trainings vorgestellt und ausprobiert. Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich praxisorientiert mit interkultureller Kompetenz im Berufsalltag, insbesondere in der Elternarbeit, auseinanderzusetzen und Impulse für die eigene Arbeit im Hinblick auf partnerschaftliche und kultursensible Gesprächsführung zu gewinnen.

Zielgruppe: Lehrer/innen aller Schularten
Vorläufiger Termin: Donnerstag, 4. März 2010
Zeit: 10.30 - 13.30 Uhr und 14.30 - 18.00 Uhr
Ort: Raum 3040, Präsidiumsgebäude (Geb. A)
Veranstaltungsgröße: max. 16 Teilnehmer/innen

Die Moderatorin:

Sema Mühlig-Versen, Diplom Sozialpädagogin, seit 1998 Interkulturelle Trainerin und Coach, seit 2000 Lehrbeauftragte an der Hochschule für Sozialwesen München, Bildungsreferentin für Interkulturelle Kommunikation und freiberufliche Referentin an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen, dem PI München und der Stadtakademie Augsburg.

Dieser Workshop wird im Rahmen des Programms „SchulePlus“ finanziell und organisatorisch unterstützt vom Schulreferat der Stadt Augsburg.


Hinweise:

Alle Veranstaltungen sind als Fortbildungen für bayerische Lehrkräfte anerkannt.
Eine Anmeldung zum Besuch des Vortrags ist nicht erforderlich.
Ihre Anmeldung zur Teilnahme am Workshop sowie Rückfragen zu beiden Veranstaltungen können Sie richten an: harry.kullmann@zdfl.uni-augsburg.de

Konzeption und Organisation (federführend):

Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden, Dr. Harry Kullmann

Veranstalter:

Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre (ZdFL) der Universität Augsburg

Das ZdFL ist eine fakultätsübergreifende Einrichtung der Universität Augsburg, zu dessen Aufgabenspektrum u.a. die Konzeption und Organisation von Lehrerfortbildungen gehört.

Kontakt:

Dr. Harry Kullmann
Zentralinstitut für didaktische Forschung und Lehre
Universitätsstraße 10
86135 Augsburg
Telefon: + 49 (0) 821-598-5527
Telefax: + 49 (0) 821-598-145522
harry.kullmann@uni-augsburg.de
www.uni-augsburg.de/zdfl