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Bildung im Zeichen kultureller und sprachlicher Heterogenität (Teil III)
WS 2012/2013


Konzepte für den Umgang mit Heterogenität zu finden, gehört nach wie vor zu den großen Herausforderungen des bundesdeutschen Bildungssystems. Erhebliche Gruppen von SchülerInnen sind aufgrund ihrer Herkunft und in Folge des Nicht-Beherrschens der Bildungssprache benachteiligt und erzielen im Bildungssystem keinen bzw. (zu) geringen Bildungserfolg. Die Kategorien der Ethnizität, der sozialen Herkunft oder auch des Geschlechts erweisen sich als gesellschaftliche Strukturkategorien, die massiv in die Bildungssituation hineinwirken.

Unter diesen Vorzeichen verlangt die Frage nach dem 'Gelingen' von Bildungsprozessen neben großen Anstrengungen im System vor allem eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Wissenschaft. Für eine Optimierung des Schulalltags und des Unterrichts, kurz: für die Qualität von Bildung, ist eine Konzentration auf Aspekte unabdingbar, die im Einflussbereich von pädagogischen Fachkräften liegen und an denen die Aus-/Weiterbildung von LehrerInnen ansetzen kann. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe stehen die Dimensionen der kulturellen Herkunft, der sozialen Herkunft und des Geschlechts mit Blick auf die Frage, wie und in welchen Kontexten und Situationen diese 'gestaltungsleitend' für Bildungsprozesse werden. Diese Thematik erfordert einen interdisziplinären und mehrperspektivischen Zugriff.

In diesem dritten Teil der Reihe, die Vorträge und Workshops umfasst, präsentiert u.a. eine DoktorandInnen aus dem HBS-Kolleg 'Heterogenität und Bildungserfolg' Ergebnisse ihres Promotionsprojekts.

Den Flyer mit weiteren Informationen finden Sie hier.


Programm - Vorträge

Mittwoch, 09.01.2013
Aktuelle Ansätze zum Umgang mit Heterogenität und Differenz
Prof. Dr. Katrin Amos
Eberhard Karls Universität Tübingen

Mittwoch, 30.01.2013
Wie unterstützen Eltern Ihre Kinder? Befunde und Erkenntnisse aus dem Projekt "Familiale Prozessbedingungen des Bildungserfolgs von SchülerInnen mit Migrationshintergrund und/oder niedrigem sozio-ökonomischen Status“ (MigS)
Dipl. Päd. Valerie D. Berner
Universität Augsburg

Mittwoch, 13.02.2013
Kulturelle Ressourcen – neue Perspektiven auf die Gruppe der Risiko-LernerInnen. Ergebnisse einer Londoner Studie
Prof. em. Dr. Ben Bachmair
Universität Kassel


Programm - Fortbildung für Lehrkräfte (Workshop)

Freitag, 01.03.2013, 9.30-17.00 Uhr
Prof. em. Dr. Ben Bachmair, Universität Kassel
Das Handy als Kultur-Ressource. Ein Zugang zur Theorie und Praxis des mobilen Lernens

Im Zentrum des Workshops steht das Thema des mobilen Lernens, das im schulischen Alltag u.a. durch die Präsenz von Mobiltelefonen und Tablets der Schülerinnen und Schüler zunehmend an Relevanz gewinnt. Die Frage, ob es vor diesem Hintergrund ein ‚mobiles Lernen‘ gibt, bewegt viele Lehrkräfte. Sowohl eine Annäherung an eine Definition „Mobilen Lernens“ als auch die Einbindung der mobilen Endgeräte in den gesellschaftlichen Kontext stehen hier im Vordergrund. Handy und Smartphone sind in den Alltag integriert; sie sind individueller Teil der Medienkonvergenz mit dem Internet. Tablets als technologische Abkömmlinge des PC stellen die Brücke zu bekannten Formen des digitalen Arbeitens her. Alle mobilen Endgeräte sind auf Kommunikation und Kooperation ausgelegt. Diese Funktionen mobiler Endgeräte bieten eine Anbindung von Schule an informelles Lernen des Alltags, Möglichkeiten kooperativen Lernens, situiertes Lernen über Kontexte hinweg (context aware learning). Um zu einer fundierten Definition mobilen Lernens zu kommen, ist es hilfreich, die Passung (englisch: Affordance) der digitalen Mobil-Technologie an gesellschaftliche Strukturen wie Individualisierung und Ökonomisierung, dem Akteur-Status der Lernenden und den Kulturpraktiken des Lernens und Lehrens zu analysieren.

Ablauf:
Der erste Schwerpunkt widmet sich Beispielen für Szenarien mobilen Lernens, mit denen die didaktischen Optionen verdeutlicht werden sollen. Der zweite Teil ist auf das pädagogische und didaktische Modell der London Mobile Learning Group zum mobilen Lernen ausgerichtet, dessen Mittelpunkt eine kulturökologische Analyse der neuen mit den mobilen digitalen Endgeräten verbundenen Kulturressourcen bildet. Der Rolle, die Handy und Smartphone im Zusammenhang mit Portfolios spielen, wendet sich die dritte Phase des Workshops zu. Im Vordergrund steht das M-Portfolio von Lehrkräften. Der vierte Teil beleuchtet Planungs- und Analyseinstrumente für mobiles Lernen. Konkret geht es um zwei Instrumente zur Analyse und Planung von Unterricht: Parameter und Eckpunkte.

Der Referent:
Prof. em. Dr. Ben Bachmair, Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft, Medienpädagogik und -didaktik an der Universität Kassel (bis 2008) und Visiting Professor am Institute of Education der UnIversity of London, ist Gründungsmitglied der London Mobile Learning Group. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Bildung und Medienerziehung, Medien und (mobiles) Lernen, Mediensozialisation und -rezeption, Kulturentwicklung und Medien sowie Unterricht für RisikolernerInnen.

Veranstaltungsort:
Raum 3040 (Gebäude A1)
Universitätsstraße 10
86159 Augsburg

Die Veranstaltung ist als Fortbildung für bayerische Lehrkräfte anerkannt.