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Der Arbeitskreis der bayerischen Universitätsarchive stellt sich vor


Der Arbeitskreis der bayerischen Universitätsarchive konstituierte sich im Rahmen des ersten Arbeitstreffens von Archivarinnen und Archivaren an bayerischen Universitätsarchiven am 28. Mai 2002 in Augsburg. Zu diesem ersten Arbeitstreffen hatte das 2001 eröffnete Universitätsarchiv Augsburg alle mit den Fragen der Archivierung befasste Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Universitäten eingeladen.

Mit der Einladung zu diesem ersten Arbeitstreffen und der Konstituierung des Arbeitskreises verbinden sich verschiedene Ziele:

1. Der Informationsaustausch sowie die Kooperation der beteiligten Archive in allen Fragen der Theorie und Praxis des universitären Archivwesens sollen intensiviert und auf eine gewisse institutionelle Basis gestellt werden. Insbesondere sollen Erfahrungen und Kenntnisse einzelner Mitglieder allen zugute kommen. Darüber hinaus wird angestrebt, für bestimmte archivfachliche Probleme, wie etwa die Archivierung von Massenakten, gemeinsam auf die konkrete Situation der Universitätsarchive zugeschnittene Lösungsansätze zu entwickeln. Die für alle beteiligten Archive gleiche Rechtsgrundlage des Bayerischen Archivgesetzes bietet ferner eine engere Kooperation und Abstimmung in archivrechtlichen Fragen an.

2. Von den elf in Bayern gelegenen Universitäten verfügen bislang noch nicht alle über ein Universitätsarchiv mit einer mehr oder weniger adäquaten Infrastruktur einschließlich des erforderlichen hauptamtlichen Personals, so dass alle wesentlichen archivischen Funktionen (Erfassung, Übernahme, dauernde Verwahrung, Sicherung, Erhaltung, Erschließung, Nutzbarmachung und Auswertung des Archivguts) erfüllt werden können. An einigen Universitäten sind immerhin mehr oder weniger fortgeschrittene Ansätze zur Sicherung der älteren Aktenüberlieferung erkennbar; bisweilen konkretisiert sich das Archiv jedoch lediglich in der Person eines Rektorats- oder Senatsbeauftragten. In Anbetracht dieser Situation hat es sich der Arbeitskreis zur Aufgabe gemacht, an den noch "archivlosen" Universitäten in Bayern intensiv für die Errichtung funktionsfähiger Archive zu werben und alle diesbezüglichen Bemühungen der Universitäten tatkräftig zu unterstützen.

3. Parallel zu Zusammenschlüssen anderer Gruppen von Archiven versteht sich der Arbeitskreis zum einen als eine Art Interessenvertretung der Universitätsarchive innerhalb der bayerischen Archivlandschaft, zum anderen als Ansprechpartner in allen Fragen des universitären Archivwesens in Bayern.

Der Arbeitskreis konkretisiert sich nicht zuletzt in den regelmäßigen Arbeitstreffen, die halbjährlich im Wechsel von den beteiligten Archiven organisiert werden. In deren Mittelpunkt steht neben dem Kennenlernen der teilnehmenden Archive die Diskussion aktueller oder grundsätzlicher Themen aus der archivischen Praxis (siehe Arbeitstreffen). Darüber hinaus pflegt der Arbeitskreis den Kontakt zur Fachgruppe 8 (Archivare an Hochschularchiven und Archiven wissenschaftlichen Institutionen) des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare sowie zur Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns.

Der Arbeitskreis versteht sich auch als Interessengemeinschaft der teilnehmenden Archive. Auf eine feste Form der Organisation wurde allerdings verzichtet. Daher hat der Arbeitskreis auch keinen Vorsitzenden, sondern einen Sprecher, der in diesem Sinne in erster Linie als Ansprechpartner nach außen wirkt. Daneben übernimmt der Sprecher in gewissem Umfang koordinierende Funktionen innerhalb des Arbeitskreises.
Derzeit übt der Leiter des Universitätsarchivs Würzburg, Dr. Marcus Holtz die Funktion des Sprechers aus.