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Ringvorlesung "Que(e)r durch alle Disziplinen"


Das Konzept der Queer Theory und die daraus resultierenden Queer Studies entstehen Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre. Ihr Ziel ist es, vorherrschende Konzepte von Geschlechtsidentität und deren „Natürlichkeit“ zu hinterfragen, um so die Anerkennung einer Vielfalt von Identitätsentwürfen zu fördern. Dabei verstehen sich die Queer Studies weniger als eigene Forschungsdisziplin, sondern eher als Perspektive, vor der Fragestellungen aller geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen verhandelt werden
können.
Dass solche Überlegungen ihre Brisanz nicht verloren haben, zeigt sich an den Diskussionen der letzten Jahre: Homo-, Bi- und Transsexualität ist in der Politik, in der Gesellschaft und demnach auch in den Medien aktuell – und das nicht nur in Deutschland, sondern international. Beispiele wie etwa der Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest oder die Legalisierung der „Homo-Ehe“ in europäischen sowie US-amerikanischen Staaten stehen in Kontrast zu der Gesetzgebung in Russland oder Demonstrationen der
„Besorgten Eltern“, welche sich gegen die Eingliederung der Förderung von Akzeptanz sexueller Vielfalt in den Lehrplan aussprechen.


Aus einer studentischen Initiative heraus ist die Idee erwachsen, die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema nun auch einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren und dabei möglichst viele Disziplinen in Dialog miteinander zu bringen. Daher freuen sich die Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ethik, das Transdisziplinäre Forum Gender und Diversität sowie das Referat für Gender und Gleistellung und das Queerreferat der Studierendenvertretung im Wintersemester 2017/18 bereits zum zweiten Mal zur Ringvorlesung "Que(e)r durch alle Disziplinen" einzuladen.

Im Wintersemester 2015/16 stammten die Vortragenden aus so unterschiedlichen Fachrichtungen wie der Rechtswissenschaft und der Philosophie, der Komparatistik und der Pädagogik, der katholischen und der evangelischen Theologie, sowie der Amerikanistik und der Soziologie. Dieses Fächerspektrum wird im kommenden Wintersemester 2017/18 durch weitere Perspektiven erweitert. Neben der Literaturwissenschaft und (Schul-)Pädagogik sind diesmal auch die (Gesundheits-)Soziologie, sowie Biologie und Science Technology Studies beteiligt.

Zur Interdisziplinären Ringvorlesung "Que(e)r durch alle Disziplinen": Geschlecht(er) - Sprache - Sexualität(en) im WS 2017/18

Die aktuelle Ringvorlesung findet i.d.R. zweiwöchig, jeweils mittwochs um 11.45 Uhr in HS III, Gebäude C (Hörsaalzentrum) statt (Lageplan).