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Campus-Filesystem - Universitätsweites Dateisystem


Projektstart: 02.01.2006
Projektträger: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Markus Zahn

Zusammenfassung

Das Teilprojekt „Campus-Filesystem“ etabliert einen für alle Universitätsangehörigen über das Datennetz der Universität Augsburg zugänglichen Datenspeicher. Soweit möglich werden alle Fakultäten, Institute, Fachbereiche und zentralen Betriebseinheiten der Universität Augsburg in das Speichersystem integriert.

Beschreibung

Im Teilprojekt „Campus-Filesystem“ wird ein für alle Universitätsangehörigen über das Datennetz der Universität Augsburg zugänglicher Datenspeicher aufgebaut, so dass alle Nutzer zu jedem Zeitpunkt und unabhängig vom Betriebssystem alle ihre Dateien in diesem Campus-Filesystem speichern. Durch diesen neuen Datenspeicher bzw. dieses Netzwerk-Dateisystem wird das derzeit eingesetzte IBM Distributed File System (DFS) abgelöst, dessen Hersteller-Support zum 30.4.2006 eingestellt wurde. Gleichzeitig werden weitere Fakultäten, Institute, Fachbereiche und zentrale Betriebseinheiten neu in das Speichersystem aufgenommen, die das bisher angebotene Netzwerk-Dateisystem DFS noch nicht nutzen.

Mit Hilfe des Campus-Filesystems kann in allen Bereichen bzw. für alle Arbeitsplätze eine konsequente Trennung von System- und Nutzerdaten erreicht werden: Die Anwender speichern die von ihnen erzeugten bzw. bearbeiteten Dokumente ausschließlich im Netzwerk-Dateisystem, während sich die systemrelevanten Dateien auf der lokalen Festplatte des Arbeitsplatz-PCs befinden. Diese Unterscheidung und die physikalische Trennung der Daten ist eine zwingende Voraussetzung für die im Rahmen des Projekts „Integrierter Betrieb für Rechnerarbeitsplätze“ angestrebten Installations-, Wartungs- und Supportmethoden. Durch die konsequente Integration der PC-Arbeitsplätze in das Campus-Filesystem können eine wesentliche Verbesserung der Verfügbarkeit der Arbeitsplatzrechner, eine deutliche Vereinfachung der Betreuung sowie schnelle Reaktionszeiten beim Supporteinsatz erreicht werden.

Darüber hinaus ermöglicht eine einheitliche, serverbasierte Datenspeicherung eine vergleichsweise einfach strukturierte und gleichzeitig ressourcenschonende tägliche Sicherung der Nutzerdaten. Das angeschlossene Backupsystem (Tivoli Storage Manager) sichert die Benutzerdateien automatisch, gesicherte Dateien können von den Nutzern bei Bedarf selbst wiederhergestellt werden.

Im Ergebnis werden in sämtlichen Bereichen der Universität keine eigenen File- und Backupserver mehr in Eigenregie betrieben. Dies gilt insbesondere auch für die Arbeitsräume für Studierende (CIP-Pools), in denen jeder Student an jedem Arbeitsplatz und unabhängig vom Betriebssystem seine persönlichen Dateien und seine gewohnte Arbeitsumgebung automatisch nach dem Anmelden vorfindet.

Ergebnisse und weitere Schritte

Aus den Anforderungen der anderen Teilprojekte (insbesondere der Teilprojekte AP und BD) sowie aus den bestehenden Erfahrungen mit Netzwerk-Dateisystemen wurden als Forderungen an ein Campus-Filesystem im weiteren Sinne gestellt: nahtlose Integration ins Identity-Management, orts- und betriebssystemunabhängiger Zugriff auf die gespeicherten Dokumente, strenge/sichere Authentifizierung, Einhaltung von Vertraulichkeit und Integrität, gute Skalierbarkeit (Anzahl Nutzer, Datenvolumen), Datensicherung über das vorhandene Backup-System (TSM), schnelle Wiederherstellung und Online- Snapshots. In der sich anschließenden Marktanalyse haben sich die beiden Systeme Ontap bzw. Ontap GX (Network Appliance) und OpenAFS (Open Source) als am besten geeignet herauskristallisiert. Für beide Systeme wurde eine insgesamt sechsmonatige, intensive, praxisbezogene Produktevaluation durch das Rechenzentrum und durch ausgewählte Referenz-Anwender durchgeführt. Die anschließende Ergebnissicherung hat zur Auswahl von OpenAFS als neu zu implementierendes Campus- Filesystem geführt. Entsprechend der Entscheidung für das Produkt OpenAFS wurde vom Rechenzentrum die erste Ausbaustufe eines OpenAFS-Clusters beschafft. Das OpenAFS-Cluster besteht aus (zunächst) zwei leistungsfähigen Serversystemen mit Linux-Betriebssystem sowie einem Storage Area Network (SAN) mit einer initialen Kapazität von knapp 5 TB. Das SAN-Speichersystem kann in weiteren Ausbaustufen auf mehrere hundert Terabyte ausgebaut werden, und auch die Anzahl der Serversysteme kann entsprechend der jeweils aktuellen Leistungsanforderungen skaliert werden. Einige Referenzanwender sind in das neue System überführt, ein Migrationsplan sowie erste Migrationserfahrungen liegen vor. Die Aufnahme eines gesamtuniversitären Regelbetriebs ist vom weiteren Fortschritt des Teilprojekts IM und der erfolgreichen Anbindung der OpenAFSUmgebung an das entstehende Identity-Management-System abhängig. Die Schnittstellen für die erforderliche Provisionierung durch das IM-System sind festgelegt.