Aktuell befindet sich die deutsche Hochschullandschaft in einer Umbruchphase, die durch politische (z. B. Bologna-Prozess), technologische (z. B. IuK-Technologien in Forschung, Lehre und Verwaltung), wirtschaftliche (z. B. Marktorientierung), rechtliche (z. B. Studienbeiträge) und eine Reihe weiterer Rahmenbedingungen angestoßen wurde. Die Universität Augsburg arbeitet seit zwei Jahren im Rahmen der DFG-Initiative "Leistungszentren für Forschungsinformation – Integriertes Informationsmanagement" am Aufbau eines IT-Servicezentrums (kurz: ITS) und reagiert damit auf die Herausforderungen einer IuK-gestützten Modernisierung der Hochschulen. Im Vergleich zu großen Universitäten (z. B. TU München, FU Berlin) stehen der Universität Augsburg allerdings nur begrenzte Ressourcen für diesen Reformprozess zur Verfügung. Um mit der aktuellen Entwicklung Schritt halten zu können, ist es in den Bereichen Studium, Lehre, Forschung und Verwaltung wichtig, alltagstaugliche Implementierungsstrategien für IuK-Innovationen zu finden, mit denen sich die Universität Augsburg an der Spitzengruppe der mittelgroßen Universität positionieren lässt. In diesem Zusammenhang kommt digitalen Medien zum Lernen und Lehren sowie zu Information und Öffentlichkeitsarbeit eine besondere Bedeutung zu.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Gründung des Instituts für Medien und Bildungstechnologie (im Folgenden abgekürzt mit imb) zu sehen: Es entsteht aus der Verschmelzung von Videolabor, Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft, versteht sich als medienpädagogisches, kommunikationswissenschaftliches und technologisches Forschungs- und Entwicklungsinstitut der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät und kann daher als nachhaltige Einrichtung verstanden werden, die zum einen den Zielsetzungen des ITS und zum anderen den Aufgaben im Studiengang Medien und Kommunikation dienen kann. Die Schwerpunktsetzung auf Medien, Kommunikation sowie Lernen und Lehren lässt sich zudem in die Profilbildung der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät (Lehr-Lernforschung) integrieren.
Forschungsaufgaben: Das Institut untersucht neue technologische Entwicklungen auf deren potenziellen Nutzen für den Einsatz in Bildungskontexten und öffentlichen Kontexten mit Informations- und Bildungsauftrag sowie für die Verbesserung der Aufbereitung und Verbreitung von wissenschaftlichem Wissen. Die Forschungsarbeiten sind disziplinbezogen oder interdisziplinär ausgerichtet.
Entwicklungsaufgaben: Das Institut entwickelt neue Technologien zur Präsentation und Verbreitung von Information und Wissen sowie zur Förderung von Lehr-Lernprozessen und bietet ein entsprechendes Experimentierfeld für neue Instrumente, Konzepte und Anwendungen. Es implementiert und evaluiert seine Entwicklungen sowohl im geschützten Rahmen als auch in realen Kontexten.
Lehraufgaben: Das Institut versorgt primär den Kernfachbereich des Bachelor- und Masterstudiengangs Medien und Kommunikation Des Weiteren werden die von der Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaft bisher im Nebenfachbereich bedienten Fächer: Politik, Geografie, Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft sowie Informatik und Multimedia mit Lehrangeboten im gleich bleibenden Umfang versorgt.
Beratung- und Supportaufgaben: Das Institut gibt Angehörigen der Universität „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Fragen der Nutzung von Medien und Bildungstechnologien und der Aufbereitung von (wissenschaftlichem) Wissen für die interne oder öffentliche Kommunikation.