Der Innovationsprozess
Zur bereichsübergreifenden Entwicklung und Integration von Innovationen in die Hochschule wird an der Universität Augsburg ein im Rahmen des IT-Servicezentrums (ITS) konzipierter und erfolgreich getesteter hochschulweiter Innovationsprozess etabliert. Er stellt einen integrierten Forschungs- und Entwicklungsprozess mit fünf Innovationsschritten dar.
- Der im ITS regelmäßig erhobene Bedarf der Anbieter und Nutzer trifft im sogenannten „Inno-Lab“ (virtueller Kooperationsraum) auf zahlreiche Ideen, theoretische Modelle, wissenschaftliche Methoden und empirische Befunde, welche die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Augsburg aus der wissenschaftlichen Community einbringen.
- Die daraus resultierenden Projektvorschläge werden vom ITS-Lenkungsrat in Bezug auf die IuK-Gesamtstrategie geprüft, nach vorher definierten Investitionskriterien bewertet und bei erfolgreicher Prüfung als neues Projekt definiert und mit Ressourcen versehen.
- Anschließend entwickelt eine vom Lenkungsrat eingesetzte ITS-Projektgruppe unter Ein-beziehung von Leadusern (Wissenschaftler und/oder Studierende im Rahmen von Studien-leistungen, vgl. Sporer u.a. 2007) im Inno-Lab „Prototypen“ von Konzepten, Produkten oder Dienstleistungen und erprobt deren Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis.
- Wenn sich diese Prototypen nach vorher definierten Kriterien als erfolgreich erweisen, werden sie in Kooperation der ITS-Projekt- und Servicegruppen an die Anforderungen des Regelbetriebs angepasst und in hochschulweite Angebote überführt.
- Diese werden schließlich durch die Servicegruppen des ITS zu einem Bestandteil des Hochschulalltags, der durch wissenschaftliche Begleitforschung die Qualität sichert.

Durch die Kombination von institutioneller Unterstützung durch das ITS (Top-Down-Strukturen) und das Aufgreifen bestehender Ideen oder Aktivitäten einzelner Hochschulangehöriger (Bottom-Up-Initiativen) wird eine hohe Akzeptanz für die umgesetzten Maßnahmen erreicht. Eines der ersten innovativen Angebote, die nach diesem Prozess entstanden sind, ist der „Digicampus“, ein Learning-Management-System zur virtuellen Anreicherung der Präsenzlehre, das an die Systeme zur Lehr-, Prüfungs- und Studierendenverwaltung angeschlossen ist und dadurch als Plattform dient, um – entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer – ohne weitere Schnittstellen ein Portfolio von gängigen Lernplattformen einzubinden. Der Digicampus wurde im Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaften eineinhalb Jahre erprobt und wird nun sukzessive auf die gesamte Universität ausgeweitet.