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Initiative zu einer verbesserten Eingruppierung der Hochschulsekretärinnen und -sekretäre im TV-L


Hintergrundinformationen zur Initiative:

Frauen in der Europäischen Union verdienen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl der Grundsatz des gleichen Entgelts bei gleicher und gleichwertiger Arbeit seit langem im Grundgesetz, Bürgerlichen Gesetzbuch und in den Amsterdamer Verträgen rechtlich verankert ist. Mit einem durchschnittlichen Verdienstabstand von über 20 % hat Deutschland im europäischen Vergleich dabei besonderen Handlungsbedarf. Als Beispiel hierfür sei die Arbeit einer Sekretärin (ein typisch weiblicher Beruf) genannt, die nach dem BAT wesentlich schlechter bewertet wird als die Arbeit eines männlichen Kollegen in einem für ihn typischen Berufszweig.

Um diesen Missstand zu verdeutlichen, hatte die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (BuKoF) schon im Jahr 1999 ein wissenschaftliches Forschungsprojekt initiiert, („Alles was Recht ist - Hochschulsekretärinnen verdienen mehr!“) das - im europäischen Kontext- die Umsetzung des Grundsatzes der Entgeltgleichheit durch diskriminierungsfreie(re) Arbeitsbewertung an Hochschulen untersuchen sollte.

Das Ergebnis aus den Tätigkeitsbeschreibungen der Hochschulsekretariate zeigte, dass in mehr als drei Viertel der Fälle die Tätigkeiten im Hochschulsekretariatsbereich höhere Punktwerte erzielten als in den männlich dominierten Vergleichstätigkeiten und dass die Anwendung einer diskriminierungsfreieren Arbeitsbewertung auf jeden Fall zu einer deutlichen Aufwertung der Sekretariatstätigkeiten führen würde.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind nachzulesen auf den Seiten der BuKoF unter dem Menüpunkt Politik und Inhalte - Mitarbeiterinnen in Technik und Verwaltung.

Für den Bereich der Landesangestellten ist der Bundes-Angestelltentarif (BAT) zum 1. November 2006 durch den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) und den „Tarifvertrag zur Überleitung der Beschäftigten der Länder in den TV-L und zur Regelung des Übergangsrechts“ (TVÜ-Länder) ersetzt worden. Die Tarifvertragsparteien hatten vereinbart, spätestens am 30. Juni 2009 zu verhandeln, wie die Regelungen des Überleitungsrechts, soweit sie eingruppierungsrelevant sind, in den TV-L übernommen werden könnten. Das neue Eingruppierungsrecht müsse dabei mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sowie EU-Recht vereinbar und somit diskriminierungsfrei gestaltet werden.

Um dieses Ansinnen zu unterstützen, haben sich im Jahr 2009 an zahlreichen Hochschulen Initiativen der Hochschulsekretärinnen und- sekretäre gegründet. An der Universität Augsburg geschah dies im Konvent der wissenschaftsstützenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragten und des Personalrats. Ein "Offener Brief" mit zahlreichen Unterschriften aus dem Kreis der Beschäftigten und der Professorenschaft wurde an die Universitätsleitung und die Tarifparteien versandt. Das in allen Bereichen positive Echo innerhalb der Universität Augsburg und die Bereitschaft, die Initiative zu unterstützen, stärkt und ermutigt die Aktiven.

Links und Informationen:

Initiativen an bayerischen Hochschulen:

Fotos zur Pressemitteilung


Übergabe Unterschriften LMU 4.12.09 Übergabe Unterschriften TUM 4.12.09