Suche

Eine wissenschaftliche Arbeit schreiben


Der bei weitem beste Weg, um in der Forschung Tüchtiges zu leisten, ist, damit anzufangen.
(Peter Medawar, Nobelpreisträger für Medizin, 1960)

Wissenschaft lebt von der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse. Das wissenschaftliche Schreiben sollte vom ersten Semester an geübt werden. Aus den Kennzeichen von Wissenschaft ergibt sich der innere Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. Sieht man einmal von der äußeren Form - dem Layout, der Darstellung von Zitaten, Fußnoten und Literaturangaben ab - so richtet sich der Aufbau in der Regel nach folgendem Schema. Dieses Schema kann auch für die Facharbeit von Schülern als Leitfaden dienen.

Gliederung einer Wissenschaftlichen Arbeit
  • das Thema "..........."
  • Klärung der Begriffe, warum ist das Thema interessant, in welchem Kontext?
    (sich ein Bild von der Sache machen)
  • Was hat die Wissenschaft bisher zu diesem Thema geforscht?
    (ein Überblick über die Literatur)
  • die wissenschaftliche Fragestellung bzw. These/Hypothese: Welche Fragen sollen beantwortet werden?
  • die Untersuchungsmethode: Warum wurde diese Methode gewählt?
  • Durchführung der Untersuchung und Darstellung der Ergebnisse (Beschreibung)
  • Diskussion der Ergebnisse (Analysen , Erklärungen, Vergleiche usw.)
  • Zusammenfassung
  • Anhang: Literaturliste, Tabellen usw.

Jede wissenschaftliche Arbeit beginnt mit einem Thema. Das Thema der Arbeit wird vom Dozenten gestellt oder ist vom Studierenden selbst bestimmt. Das Thema kann sich ergeben aus der aktuellen Diskussion in der Wissenschaft, aber auch aus dem gesellschaftlichen oder privaten Alltag.

Am Beginn der Arbeit müssen die für das Thema bedeutsamen Begriffe geklärt werden. Auch das eigene Interesse am Thema selbst sollte beschrieben werden. Man beginnt für sich selbst "ein Bild von der Sache" zu entwerfen. Welche Fragen lohnen sich zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung zu machen? Je präziser man gleich zu Beginn seines Nachdenkens mögliche Fragen formuliert und schriftlich fixiert, um so leichter wird die Gliederung der Arbeit.

Wenn die Fragen klar sind, muss man sich einen Überblick über die Literatur verschaffen, die bereits zum Thema existiert. Hier wird man viel Zeit in den Bibliotheken oder in den Datennetzen verbringen. Es ist nützlich, die verschiedensten Lesetechniken (suchendes, überfliegendes, studierendes Lesen) und die Technik des Strukturierens von Texten zu beherrschen.

Nach diesem ersten Literaturüberblick beschreibt man nun genau die Thesen oder Hypothesen, die untersucht werden sollen. Welche Fragen will man in der Arbeit beantworten? Oft erleichtert man sich die Arbeit an dieser Stelle, indem man aus der Vielzahl der anfänglich gestellten Fragen einige wenige aufgreift, um das Thema einzugrenzen.

Als nächstes beschreibt man die Methoden, die man für die Untersuchung gewählt hat und begründet, warum sie gewählt wurden.

Nun wird die Durchführung der Untersuchung (z.B. bei einem Experiment) genau beschrieben bzw. der Gedankengang einer Argumentationskette wird dargestellt. Dies ist wichtig, damit die Untersuchung von anderen nachvollzogen werden kann.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden beschrieben.

Erst dann werden die Ergebnisse diskutiert, analysiert, erklärt und mit anderen Untersuchungen verglichen. Weiterführende Fragen können angesprochen werden.

Am Ende steht eine Zusammenfassung. Welche Frage wurde untersucht, welche Methoden angewendet und welche Ergebnisse sind zu berichten.

Der Anhang mit Literaturliste, Tabellen, Graphiken oder Datensätzen darf nicht fehlen.

Was die äußere Form (Layout, Angabe von Zitaten und Fußnoten, Darstellung der verwendeten Literatur, Zeilengröße und Schriftart) der wissenschaftlichen Arbeit betrifft, so hat jeder Professor seine ganz persönlichen Vorlieben, die er den Studierenden rechtzeitig bekannt gibt.