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Emotionen in der Weiterbildung



Beziehung von angenehmen und unangenehmen Emotionen im Lernprozess von Teilnehmenden einer Weiterbildung hinsichtlich ihrer kurz- und langfristiger Nutzeneinschätzungen

Berufliche Weiterbildungen sollen langfristig positive Wirkungen zeigen. Ein unumstrittenes Ziel der Qualitätssicherung; doch genau darüber gibt es relativ wenig empirisch überprüfte Erkenntnisse. Gegenwärtig wird eine Weiterbildungsveranstaltung meist aufgrund von Befragungen an deren Ende weiterentwickelt bzw. verbessert. Solche Output-Evaluationen erfassen in der Regel Bewertungen der Teilnehmenden hinsichtlich des Kursleitungsverhaltens, des Kurssettings, der Zufriedenheit mit der Veranstaltung etc. und nicht , was durch die Weiterbildung bei den Teilnehmenden kurz- und langfristig hinsichtlich emotionaler, wissens- und anwendungsbezogener Aspekte ausgelöst worden ist . Genau das zeigt sich aber in der Voruntersuchung zu dieser Studie als für das berufliche Handeln entscheidend (vgl. Greder-Specht, Ch. & Heine S., 2004). So erweisen sich die von den Teilnehmenden als gut bewerteten Kurse am Ende der Veranstaltung langfristig nicht zwingend als stärkend und umgekehrt werden langfristig stärkende Veranstaltungen bei deren Ende nicht automatisch positiv beurteilt. Neben fehlenden Output- bzw. Outcome-Erhebungen, die den Lernenden ins Zentrum stellen, wurde auch seinen Emotionen bisher wenig Beachtung geschenkt. Dies erstaunt, da immer mehr Theorien, Konzepte und experimentelle Forschungen die zentrale Bedeutung von Emotionen hinsichtlich Lernen und Leistung und darüber hinaus für die Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit nachweisen. Interessant ist auch, dass in den Fällen, in welchen Emotionen fokussiert werden, meist von folgendem ausgegangen wird: Positive Emotionen sind gut für das Lernen und die Leistung sind und negative Emotionen schlecht für das Lernen und die Leistung . Verschiedene Forschungsresultate, inklusive diejenigen der Voruntersuchung zu dieser Studie, weisen aber darauf hin, dass die Wirkung von bestimmten positiven und negativen Emotionen ambivalent sein kann. So kann sich beispielsweise die positive Emotion Zufriedenheit auch negativ auf das Lernen und die Leistung auswirken. Umgekehrt können in gewissen Situationen auch negative Emotionen wie Wut, Scham und Ärger eine positive Wirkung auf Lernen und Leistung haben. Forschende und Dozierende müssten Kenntnis darüber haben, welche Beziehung zwischen den von Teilnehmenden im Lernprozess erlebten angenehmen und unangenehmen Emotionen und ihren kurz- und langfristiger Nutzeneinschätzung des Lehrsettings besteht. Genau hier knüpft das Projekt an.

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