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Kathrin Graßberger


Graduelle Konzepte von Heroismus im historischen Drama - ein Traditionslinie des Scheiterns großer Männer von Goethe bis Brecht?

 

Heroische Figuren gehören seit jeher als Projektionsflächen von Sehnsüchten, Ängsten, Idealen und Glaubensvorstellungen zum Repertoire unseres kulturellen Bewusstseins. Das vorliegende Dissertationsprojekt strebt an, die multivalenten Ansätze zu einer spezifischen Vorstellung von Heroismus, seiner Typologie, Funktionalisierung und Inszenierung zu untersuchen und der Fragestellung nachzugehen, inwiefern graduell gestufte Konzepte das Bild des Heroismus’ ab dem 18. Jahrhundert gestalten.

Welche sozio-politischen und psychologischen Paradigmen lassen sich in der Entwicklung heroischer Modelle ausmachen? Lassen sich aus diesen Modellbildungen überzeitliche Strukturen generieren und Binnengruppierungen eruieren? Wie gestaltet sich fortan das Verhältnis zwischen Individuum und Masse, wie das zwischen Held und Geschichte?

Anhand ausgewählter Dramen von Goethe, Schiller, Büchner, Wilbrandt und Brecht wird der Frage nachgegangen, ob sich parallel zu einer Wandlung des Heldenkonzepts auch eine modifizierte „Ethik des Scheiterns“ ausbildet. Findet der Held zunehmend die Begrenzung seines Wirkens in der Natur der Verhältnisse, so bringt diese Komponente zugleich eine ethische Neubewertung der Schwächeposition mit sich.

Bezieht man zu den oben genannten Forschungsfragen die formal-ästhetische Umsetzung des Stoffs im Medium des historischen Dramas mit ein, erweitert dies den Erkenntnisgewinn zusätzlich.