Suche

Michaela Koliba


Mediatisierung von Sprachideologien in der italienischen Presse: die cronache linguistiche im 20. und 21. Jahrhundert

 

Im Zentrum des Dissertationsvorhabens stehen sprachideologische Diskurse in der italienischen Presse seit den 1950er Jahren. Sprachideologien werden v.a. als explizite oder implizite Repräsentationen definiert, die als vermittelndes Bindeglied zwischen sozialen Formen und Sprechformen fungieren.  Prädestinierte Textsorte zu deren Erzeugung und Verbreitung ist die Sprachchronik, eine regelmäßig erscheinende Artikelserie, in der Autoren mit öffentlich anerkannter Sprachkompetenz Werturteile über den öffentlichen Sprachgebrauch bilden.

Bezogen auf den italienischen Sprachraum sind Untersuchungen hierzu bisher wenig systematisch erfolgt. Eine Analyse ist aber besonders interessant, da die Durchsetzung der Standardsprache als alltägliche Gebrauchssprache breiter Bevölkerungsschichten ab den 1950er Jahren maßgeblich durch die Massenmedien gestützt und gelenkt wird und die Standardnorm seither grundlegende Veränderungen erfahren hat.

Es soll einerseits die Grundlage für eine Datenbank erarbeitet werden, die mit ähnlichen Korpora für andere romanische Sprachbereiche im Rahmen des Verbundprojekts RomMed (Romance Languages in the Media) zusammengefasst werden soll. Andererseits wird es darum gehen, das Korpus hinsichtlich verschiedener soziologischer, publizistischer, sprachnormativer, sozio- und textlinguistischer Parameter zu analysieren.