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Ludmila Gelwich


Das politische Engagement des Intellektuellen Theodor Schiemann (1847-1921) in der Russlandpolitik des Wilhelminischen Kaiserreichs (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Erforschung von deutschen Intellektuellen und deren Rolle in der Politik des Wilhelminischen Kaiserreichs zu leisten. Zugleich will diese Arbeit zu einem vertieften Verständnis politikrelevanter deutscher Diskurse über Russland und der mit ihnen verknüpften Wahrnehmungs-, Wirk- und Handlungsweisen beitragen.

Im Fokus der Untersuchung steht Theodor Schiemann. Als einflussreicher Stichwortgeber beriet der Osteuropahistoriker über viele Jahre die politisch-militärischen Führungsschichten Berlins bis hin zum Kaiser Wilhelm II. Als breit rezipierter politischer Publizist wirkte er zudem mit seinen spezifischen Wahrnehmungen vom Zarenreich auf seine Leserschaft ein.

Im Verlauf der Arbeit gilt es nicht nur, Schiemanns politisches Kommunikationsnetz als gesellschaftlichen Aktionsraum offenzulegen, um seinem konkreten politischen Wirkungskreis mit all den Einfluss- und Interventionsmöglichkeiten in seinem sozialen Beziehungsgefüge auf die Spur zu kommen. Von ebenso wichtiger Bedeutung erweist sich auf inhaltlicher Ebene die diskursanalytische Untersuchung Schiemanns als eines Intellektuellen, der sehr aktiv an der Erzeugung und Verbreitung von Sinngebungs- und Deutungsmustern beteiligt war.

Um die Reichweite von Schiemanns Deutungen des Zarenreichs in der politischen Öffentlichkeit besser ermessen zu können, soll schließlich die zeitgenössische Rezeption in das Projekt Eingang finden, die sowohl das Ringen um die Deutungshoheit über politische Entwicklungen als auch die in der Epoche vorherrschenden Denkmuster über Russland widerspiegelt.

Das Projekt wird durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert.

Kontakt: gelwiclu@gmx.de