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Marius Mutz


Artilleristische Expertise. Akteure militärtechnologischen Wissens im Europa des Konfessionellen Zeitalters

Das wissensgeschichtliche Dissertationsprojekt erforscht in Auseinandersetzung mit akteurszentrierten Ansätzen Genese und Funktion des Expertenstatus von voraussichtlich sieben Akteuren, die im Europa des konfessionellen Zeitalters über artilleristisch-militärtechnologisches Spezialwissen verfügten. Seit dem 16. Jahrhundert konnten Herrschaftsträger nicht mehr auf Fachleute verzichten, welche die Produktion und Anwendung von schweren Schießpulverwaffen (sowie Verteidigungsmaßnahmen gegen sie) beherrschten und organisierten. Aufgrund ihrer Expertise waren diese Akteure militärischer „Sicherheit“ europaweit gesucht. Soziale Stellung, Netzwerke und Mobilität der Protagonisten sowie Prozesse von Wissensaneignung und Wissenstransfer werden mit Hilfe eines für das 16. Jahrhundert modifizierten Expertise-Konzepts analysiert. Unter breiter Einbeziehung archivalischer Quellen deutscher, österreichischer und italienischer Provenienz soll die Arbeit die für die bisherige Forschung kennzeichnende disziplinäre Engführung der untersuchten Wissensbestände überwinden, die den flexiblen Praktiken der in komplexe Beziehungsgeflechte eingebundenen Experten nicht gerecht werden.