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Roman Tischberger


Unter Codern. Eine Ethnografie zur Entstehung von Software als Arbeitsalltag Softwareschaffender [Arbeitstitel; Stand: 18.10.2017]

Das Forschungsprojekt untersucht aus kulturwissenschaftlicher Perspektive die Entstehung von Software als einen komplexen, sozialen Aushandlungs-prozess im Kontext alltäglicher Erwerbsarbeit. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, einen tiefen Einblick in die Art und Weise zu erhalten, wie Software entsteht, um so eine Technik besser zu verstehen, die gegenwärtig und zukünftig großen Einfluss auf unser alltägliches Leben nimmt.

Software als menschgemachtes Artefakt wird dabei als ein Produkt ange-sehen, das von verschiedenen AkteurInnen in kollaborativer und kooperativer Arbeit hergestellt wird. Wie Software funktioniert und was schlussendlich in Codezeilen umgesetzt wird, ist – so die Ausgangshypothese – Ergebnis eines Aushandlungsprozesses zwischen verschiedenen Einflüssen wie Auftragsanfor-derungen, theoretischen Konzeptionen, zeitlichen und ökonomischen Budgets oder dem Umgang mit auftretenden Fehlern. Um den Prozesskomplex effekti-ver zu gestalten, werden agile Methoden wie Scrum eingesetzt und so ver-sucht, die verschiedenen Einflussfaktoren besser handzuhaben.

Diese soziokulturellen Aspekte der Softwareherstellung im Rahmen von Er-werbsarbeit werden mit qualitativen Methoden erforscht. Im Zentrum des Projekts steht eine mehrmonatige teilnehmende Beobachtung in einem Soft-ware-Unternehmen. In der Doppelrolle des mitarbeitenden Forschenden soll der Arbeitsprozess so aus dem Blickwinkel der Softwareschaffenden beforscht werden –  unterstützt durch informelle wie formelle Gespräche mit Mitarbeiter-innen und Mitarbeitern. In einer darauffolgenden Vertiefungsphase werden themenzentrierte, leitfadengestützte Interviews mit Softwareschaffenden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum geführt, um die Ergebnisse der Unter-nehmensstudie auf eine breitere empirische Basis zu stellen.