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Christoph Sailer


Inszenierung weiblicher und männlicher Sexualität in der Schwank- und Narrenliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

 

Was Mann- und Frausein bedeutet, ihr geschlechtsspezifisches Verhalten und die Rolle in der Gesellschaft sowie Abweichungen von der sozialen Ordnung sind keineswegs nur aktuelle Tagesthemen. Bereits der mittelalterliche und frühneuzeitliche Autor erkannte die Geschlechterproblematik und hat sich dieser in seinen Werken angenommen. Das empirische Forschungsfeld der gender studies eröffnet dabei die Möglichkeit einer Neubetrachtung mediävaler Texte unter den Aspekten Geschlecht, Körper und Sexualität.

Die Geschlechterforschung untersucht die Unterschiede und Beziehungen von biologischem und sozio-kulturellem Geschlecht. Begonnen wurde dieses Unterfangen mit dem Fokus auf das Weibliche. Doch in den letzten zehn Jahren wurde die Notwendigkeit einer Betrachtung der männlichen Komponente immer deutlicher; die Geburtsstunde der men's studies und der Queer-Theorie. Diese zwei jüngeren Forschungsfelder komplementieren nunmehr die Reihe der gender studies, welche seitdem nicht mehr nur als eine rein feministische Wissenschaft gelten kann. Die Neuentdeckung des ersten Geschlechts ist für die moderne Mittelalterforschung somit ein unumstößlicher Schritt. Das Ziel der Dissertation ist es, die Schwank- und Narrenliteratur – man denke an einen närrischen Til Eulenspiegel oder zölibatären Pfaffen Amîs – mithilfe der Genderkategorie von der Seite des Weiblichen und des Männlichen zu erschließen.

 

Kontakt: christoph_sailer@gmx.de