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David Reitsam


Die Querelle d’Homère in den Aufklärungsmedien (Arbeitstitel)

Querelle des femmes, Querelle du Cid, Querelle des Anciens et des Modernes. Die europäische Kulturgeschichte ist voller derartiger Konfliktsituationen, in denen um Literatur, Sprache und Kunst gestritten wird. Unklar ist allerdings, was genau unter einer Querelle zu verstehen ist. Während diese Auseinandersetzungen – vor allem jene der französischen Literaturgeschichte – meist nur einseitig unter poetologischen oder ästhetischen Fragestellungen betrachtet werden, gibt es ebenfalls Ansätze, die die Pluridimensionalität der Querelles stärker in den Fokus rücken und nach deren gesellschaftspolitischer Relevanz fragen.

Diese Problematik greift dieses Dissertationsprojekt auf und untersucht anhand des Homerstreits (1714-1716) exemplarisch, welchen Querelle-Begriff die französischen Aufklärungsmedien im frühen 18. Jahrhundert entwickelt haben. Konkret bedeutet das, dass unter anderem folgenden Fragen nachgegangen wird: Wie wird über die Querelle d’Homère berichtet? Welche Schwerpunkte setzen die Aufklärungsmedien und welche Themen werden vernachlässigt?

Im Mittelpunkt der Arbeit steht daher die Analyse französischer Periodika, wie dem Nouveau Mercure Galant oder dem Journal des Sçavans. Da deren Texte und Beiträge nicht losgelöst vom Gesamtkontext der Querelle d’Homère betrachtet werden können, berührt dieses Promotionsvorhaben ebenfalls andere Forschungsfelder, wie etwa die Entwicklung von Öffentlichkeit oder das Funktionieren des vormodernen Journalismus.

Dieses Dissertationsprojekt wird von der DFH (Deutsch-Französische Hochschule) gefördert.