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Nadja Hendriks


‘Global denken – lokal handeln.‘ Nachhaltigkeit(en) auf lokaler Ebene

Die Agenda 21, 1992 auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro verabschiedet, rief Städte und Gemeinden weltweit dazu auf, nachhaltige Entwicklung durchzusetzen. Das in vielfältigen Kontexten bemühte Motto „Global denken, lokal handeln“ sollte nun auch auf der Ebene der Kommunalpolitik wirksam werden. In Deutschland war der anschließende Agendaprozess in höherem Maße basisorientiert als in anderen Ländern. Das Dissertationsprojekt hat daher zum Ziel den global ausgelegten Nachhaltigkeitsbegriff der Vereinten Nationen in einem mikro-geschichtlichen Zugriff anhand ausgewählter Städte und Gemeinden in Bayern auf der lokalen Handlungsebene zu untersuchen. Zu klären ist, inwiefern Agendaaktivitäten auf Diskussionen der 1970er und 1980er Jahre Bezug nahmen. Welche Rolle spielten zivilgesellschaftliche Akteure und Initiativen „von unten“ und welche Themen wurden als nachhaltig diskutiert, gedeutet und genutzt? Die Entstehung und Verwendung des Konzepts Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene wird dabei in Bezug zu nationalen und weltweiten Prozessen gesetzt, wie sie beispielsweise vom International Council for Local Environmental Initiatives, kurz ICLEI, dokumentiert wurden. Die historische Tiefendimension des Nachhaltigkeits-begriffes wird anhand von Akten aus Staats-, Stadt- und Gemeindearchiven und mittels Interviews herausgearbeitet. Das Dissertationsprojekt ist Teil des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Verbundprojektes „Geschichte der Nachhaltigkeit(en)“.