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Eva Rothenberger


Pierre Bayle – historiographe polémique de son temps

 

Das Dictionnaire historique et critique von Pierre Bayle hat seit seiner ersten Auflage 1697 und der erweiterten zweiten Edition von 1702 stets Anlass zur Auseinandersetzung mit theologischen Frage und philosophischen Problemstellungen gegeben. Bis heute haben zahlreiche Forscher unter den

verschiedensten Blickwinkeln zu diesen weiten Themenkreisen gearbeitet. Nur wenige haben sich mit Bayle und seiner Rolle als kritischer Geschichtsschreiber auseinandergesetzt. Doch wie schon im Titel des Wörterbuchs festgehalten, will Bayle historische und kritische Arbeit leisten.

Ziel der Dissertation soll daher sein, die Qualität des Gelehrten als Historiograph herauszuarbeiten. Da die von ihm für sein Werk gewählte Form des Wörterbuchs dafür einen funktional wichtigen Beitrag liefert, ist eine detaillierten Analyse notwendig, um das Maß und die unterschiedlichen Aspekte der Funktionalität erfassen zu können. Das Zusammenspiel aus Aufbau, Form und rhetorischer Feinheit weiß Bayle mehrfach für seine Zwecke nutzbar zu machen. Einerseits als Vertreter der modernen Skepsis, andererseits aber eben als Gelehrter, der nach einer kritischen Geschichtsschreibung strebt. Durch die Wörterbuchform kann er detaillierte Quellenforschung betreiben, bei der er durch Abwägen mittels Vernunft und Logik und durch geistigen Austausch mit anderen Gelehrten seiner Zeit versucht, zu einem zuverlässigen Konsens über geschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten zu gelangen, womit Bayle letztlich mit „Fehlern“ in vorangegangenen Werken anderer Autoren aufräumen will.