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Marcus Trautner


Robert Rauschenbergs Time Paintings (1961-1985) (Arbeitstitel)

 

Die ab 1961 in einem Prozess von mehr als 30 Jahren entstandenen Time Paintings (1961-1985), nehmen im Oeuvre Robert Rauschenbergs eine Schlüsselposition ein, ohne die weder Rauschenbergs intensive Auseinandersetzung mit Phänomen Zeit noch die Entstehung und die Weiterentwicklung des Combine-paintings verstanden werden kann. Über die Zeitgestaltung und den pointierten Umgang mit den Entitäten Bildzeit, Bildidentität und Bildraum entwickelte er eine Werkgruppe, die ähnlich dem Happening, als offener künstlerischer Prozess in eigener Zeit das Ephemere und die Unwiederholbarkeit betont. Dabei widersetzen sich die Time Paintings in ihrer konzeptuellen Kontingenz und Prozesshaftigkeit gezielt der eigenen Konservierung im Museum.

 

Ziel des Forschungsprojekts ist es, vor dem Hintergrund der seit dem 18. Jahrhundert gültigen gattungsspezifischen Unterscheidung zwischen »Zeitkünsten« und »Raumkünsten« sowie deren Relativierung durch die Aktionskunst, Rauschenbergs Umgang mit Phänomen Zeit anhand der Time Paintings herauszuarbeiten. Dabei sollen insbesondere die Zusammenhänge beleuchtet werden, die im Kontext eines transatlantischen Dialogs zwischen den Vertretern des Neo-Dadaismus, Nouveaux Réalisme und Fluxus das Zeit- und Raumverständnis Rauschenbergs maßgeblich prägten und in das Konzept der Time Paintings einflossen.