Die Genese der Rechtsextremismusforschung in der BRD
Die Rechtsextremismusforschung hat sich seit Beginn der 90er Jahre zunehmend als eigenständiger und gesonderter Forschungsbereich etabliert, der vor allem von Soziologen und (Sozial-)Psychologen, aber auch von Pädagogen, Historikern und Politikwissenschaftlern bearbeitet wird. Obgleich die Arbeiten stark an die Herkunftsdisziplinen gebunden sind, lassen sich disziplinübergreifende Bezugspunkte sowohl hinsichtlich der Erklärungsansätze, als auch der Begriffsdefinitionen feststellen. Angesichts des Alters des Forschungsansatzes, der - weiter gefasst - zu den Faschismustheorien der 1920er Jahre zurückreicht und der Vielzahl der Veröffentlichungen zum Thema überrascht, dass Ansätze der Selbstreflexion der Disziplin spärlich gesät sind. Um die Rechtsextremismusforschung selbst aber als gesellschaftspolitisch und historisch bedingt begreifen zu können, ist eine Analyse des Forschungsfeldes notwendig, die die Forschung selbst zum Dreh- und Angelpunkt der Analyse macht. Die Forschung und also ihre Begriffe, Methoden und impliziten Setzungen werden Gegenstand meiner Arbeit sein. Damit können die nichtreflektierten Setzungen, die historische Bedingtheit und die Verdinglichung der Forschungsbegriffe und Erklärungsansätze kenntlich gemacht werden.
http://uni-augsburg.academia.edu/MarcGrimm