Von Augsburg nach Italien. Reisen im 14. Jahrhundert
Wenig verbindet die Menschen verschiedener Epochen stärker als ihr Drang bzw. die Notwendigkeit zu Reisen. Kann man heute binnen Stunden fast jeden Ort auf dem Globus erreichen, mussten die Menschen vor 600 Jahren mehrere Wochen ihres Lebens allein dafür aufwenden, um von Augsburg nach Venedig zu gelangen. Das Reisen im Mittelalter ist ein äußerst vielschichtiger Themenkomplex, zudem bereits viele, meist stark regional- oder themenspezifische, Arbeiten erschienen sind. Ziel dieses Projektes ist daher, das Reisen – speziell im 14. Jahrhundert – in möglichst all seinen Facetten zu erfassen und darzustellen, auch um damit eine bisher bestehende Forschungslücke, nicht nur des deutschsprachigen Raums, zu schließen.
Den Schwerpunkt wird die Kaufmannsreise bilden, während Pilger- und/oder Botenreisen nur am Rande zur Sprache kommen werden. Welche Vorbereitungen musste ein Augsburger Kaufmann vor Reiseantritt treffen, welche Routen wurden bevorzugt, wie schnell und mit welchen Transportmitteln wurden die Waren über die Alpen transportiert, welche Übernachtungsmöglichkeiten gab es? Trotz der auch in dieser Arbeit nötigen sowohl regionalen wie zeitlichen Eingrenzung ist dies, um die Worte Theodor Mommsens zu zitieren, „eine von denen Aufgaben die nicht eine eigentliche Erledigung, sondern nur einen unendlichen Näherungsprozeß an die Lösung zulassen.“