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Robert Bauernfeind


Jan van Kessel: Die vier Erdteile. Die Ordnung der Dinge durch die Malerei

Jan van Kessels 1664 bis 1666 entstandener Gemäldezyklus Die Vier Erdteile (Alte Pinakothek, München) ist eine einzigartige und umfassende Formulierung frühneuzeitlicher Fremdwahrnehmung mit den Mitteln der Barockmalerei. Durch eine Kombination verschiedener Bildgattungen entsteht ein universeller visueller Wissensspeicher, der einen Überblick des bestehenden Weltwissens zu gewährleisten scheint, das in Form prägnanter und exklusiver Objekte natürlicher und künstlerischer Gestaltungskraft zusammengefasst wird. In van Kessels Zyklus ist somit eine Tendenz der Kabinettmalerei zur enzyklopädischen Repräsentation perfektioniert.

Das Ziel der projektierten Dissertation besteht in der Ermittlung der polyvalenten Wirkung dieser Gemälde im Sammlungsgefüge frühneuzeitlicher Kunstkammern, wo sie zugleich als Objekte von autonomem Kunstwert, Datenträgern expliziten oder symbolisch chiffriertem impliziten Wissens sowie als raumstrukturierende Elemente wahrgenommen werden konnten.

Gefördert durch ein Promotionsstipendium der Gerda Henkel-Stiftung