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Philipp Baur


„Sage niemand, er habe es nicht wissen können“: Populärkulturelle Auseinandersetzungen mit der nuklearen Bedrohung im geteilten Deutschland (1975-1990)

Die Nachrüstungsdebatte der 1980er Jahre wurde begleitet von einer beachtlichen Welle an populärkulturellen Auseinandersetzungen mit der nuklearen Bedrohung. Filme wie The Day After erzählten mit drastischen Bildern, wie ein Nuklearschlag im Ernstfall ausgesehen hätte. Bücher wie Gudrun Pausewangs Die letzten Kinder von Schewenborn verkauften sich in hohen Auflagen. Im Bereich der Pop-Musik fallen einem in erster Linie Nenas international erfolgreiches Lied 99 Luftballons ein. Beispiele für diese nukleare Populärkultur finden sich nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch der DDR. In vielen Fällen war die Populärkultur transnational und thematisierte die gemeinsame Bedrohung über die Grenzen hinweg.

Im Rahmen einer deutsch-deutschen Kulturgeschichte erforscht das Projekt, welche Bedeutung die nukleare Populärkultur für den Zweiten Kalten Krieg hatte. Untersucht werden (1) die Rahmenbedingungen der Unterhaltungs- und Kulturindustrie, (2) die Formen und Inhalte populärkultureller Manifestationen der atomaren Bedrohung und (3) die Agenda ihrer Autoren als Aufklärer und Mahner; analysiert wird ebenfalls, wie (4) die nukleare Populärkultur in der Öffentlichkeit, den Medien, der Politik und in der Friedensbewegung rezipiert wurde und (5) welche narrative Bedeutung sie in der Nachrüstungsdebatte hatte.

 

Gefördert durch ein Promotionsstipendium nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz.

 

Kontakt: philipp.baur@phil.uni-augsburg.de
Forschungsprojekt: Die Nuklarkrise - Transatlantische Friedensbewegung, Nachrüstung & Zweiter Kalter Krieg, 1975-1990 (www.nuclearcrisis.org)