Grundlegung einer quantitativ-qualitativen Argumentationsanalyse als diskurslinguistische Methode (Arbeitstitel)
Die Arbeit untersucht zwei aktuelle Diskurse in deutschen Onlinemedien: Die Plagiatsaffäre Guttenberg sowie die Diskussion über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Dabei bedient sie sich grundsätzlich der gleichen empirischen Methodik wie die mentalitätsgeschichtlich interessierten Argumentationsanalysen der „Düsseldorfer Schule“. Anders als in diesen Arbeiten wird das Korpus[1] jedoch nicht nach den politischen Ausrichtungen bestimmter Zeitungen zusammengestellt, um so die mentalitätsgeschichtlichen Hintergründe eines Diskurses zu erschließen. Die (qualitative und quantitative) Argumentationsanalyse dient hier vielmehr dazu, solche Vorannahmen zu überprüfen. Weitere Fragestellungen der Arbeit umfassen den differenzierten Vergleich von Fach-, Mainstream- und Gegendiskurs.
Als Ergänzung zur quantitativen und qualitativen Korpusanalyse wird aufgezeigt, wie die sprachliche Realisierung von argumentativen Mustern im Rahmen einer Argumentationsanalyse untersucht werden kann. Als Grundlage dafür dienen sprachwissenschaftliche Konzepte wie Schlagwörter, Referenz und Nomination, Präsuppositionen und Metaphorik. Auf diese Weise soll eine eigenständige Methodik der linguistischen Argumentationsanalyse entwickelt werden, die sich einerseits auf ihre fachlichen Stärken besinnt und somit ihr diskursanalytisches Potential voll ausschöpft, sich andererseits aber gerade für medienwissenschaftliche Fragestellungen nutzbar machen lässt.
[1] Das Korpus zur Plagiatsaffäre Guttenberg besteht aus redaktionell verfassten Kommentaren sowie Leserkommentaren der folgenden Zeitungen und Magazine: Neues Deutschland, taz, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, SPIEGEL, FOCUS, FAZ, Die Welt, BILD und Junge Freiheit.
Das Korpus zur Finanztransaktionssteuer wird sich aus redaktionell verfassten Artikeln sowie - soweit vorhanden - Leserkommentaren der folgenden Magazine und Zeitungen zusammensetzen: SPIEGEL, FOCUS, Handelsblatt und Financial Times Deutschland.