‚Sagen lassen sich die Menschen nichts, aber erzählen lassen sie sich alles’ – Neuorganisationen des Benjaminschen Erzählens im Spannungsfeld ethischer Beratung und narrativer Selbstkonstruktion. Eine Untersuchung an ausgewählten Texten Döblins, Brechts und Frischs unter Berücksichtigung medialer Aspekte.
In meiner Dissertation werde ich anhand ausgewählter Texte von Döblin, Brecht und Frisch mögliche Wege der Neuorientierung narrativer Organisation darlegen, die nach dem von Walter Benjamin in seinem Erzähler-Aufsatz diagnostizierten Untergang des klassischen Erzählens auf soziokulturelle wie auf medienästhetische Veränderungen reagieren.
Der Fokus liegt auf der für das Benjaminsche Erzählen zentralen Funktion des Ratgebens, die sich mit dem Verlust der mitteilbaren Erfahrung hin zu Selbstberatung, zu narrativer Identitätsbildung verschiebt. Wie der Erzähler dabei seine Verantwortung gegenüber den Rezipienten wahrt und wie er sich eine neue Form der Beratung erarbeitet, soll insbesondere unter Berücksichtigung medialer Aspekte erläutert werden. In diesem Zusammenhang wird auch das Verhältnis von Ethik und Ästhetik thematisiert, um abschließend eine Antwort auf Max Frischs Frage ‚Erzählung: aber wie?’ zu versuchen.
Eva Rösch
Kontakt: roesch.eva@web.de