Das Stiftungsverhalten Ulmer Frauen während der Reichsstadtzeit (Arbeitstitel)
Aus Furcht vor dem Jüngsten Gericht, dem Fegefeuer und der Hölle trafen die Menschen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit bereits zu deren Lebzeiten, spätestens jedoch testamentarisch nach ihrem Ableben, Vorkehrungen zur Jenseitsfürsorge und zur Erlangung des Seelenheils. Durch die Einrichtung frommer Stiftungen wurde eine Verkürzung der Läuterung der Seele im Fegefeuer erhofft, um möglichst schnell das glückselige Leben im Himmelreich zu erlangen.
Frauen spielten bei der Einrichtung frommer Stiftungen eine bisher meist unterschätzte Rolle und wurden nur selten in der kulturhistorischen Stiftungsforschung berücksichtigt. Hier knüpft das Dissertationsprojekt an und dokumentiert das Stiftungsverhalten von Frauen am Beispiel der freien Reichsstadt Ulm. Gegenstand der Untersuchung sind die Stifterinnen sowie die Empfänger der milden Gaben. Außerdem soll gezeigt werden, aus welchem sozialen Umfeld die Stifterinnen stammten, was sie zur milden Vergabe bewegte sowie die Forderungen, die mit der Errichtung einer Stiftung einhergingen.