Die Repräsentation des Reiches in den Reichsstädten nördlich der Alpen
Diese Dissertation nähert sich der brisanten Frage nach den Funktionsmechanismen des spätmittelalterlichen Reichs als „kommunikativ hergestellter Raum“, wobei ein besonderer Stellenwert des Politischen für die Reichsstädte angenommen wird. An diesen Punkt soll mit einer exemplarischen Untersuchung der sinnlich erfahrbaren Reichsrepräsentation in den Reichsstädten nördlich der Alpen angeknüpft werden: die Repräsentation und die Bedeutung des Reichs werden in das kommunikative Kräftefeld der spätmittelalterlichen Reichsstadt eingebettet. Ebenso wie das „Reich“ waren auch die sogenannten „Reichsstädte“ auf Herrschaftssicherung und Statusrepräsentation angewiesen, wodurch Kunst- und Bauwerke zur (reichs-)städtischen Repräsentation hervorgebracht wurden, in denen sowohl Macht und Herrschaft als auch der Anspruch darauf sichtbar wurden. Im Besonderen wird deshalb die planerische, architektonische und symbolhafte Gestaltung der öffentlichen, städtischen Räume betrachtet, die durch die einzelnen Reichsstädte initiiert wurde. Als zentrale Frage gilt es zu beantworten, in welchen Situationen und mit welcher Bedeutung das „Reich“ in der spätmittelalterlichen Reichsstadt zu einer sinnlich konstruierten Identifikations- und Bezugsgröße wurde.
Gefördert durch ein Promotionsstipendium der Gerda-Henkel-Stiftung.