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Manuel Manhard


Behauptungsstrategien derpouvoirs intermédiaires in Lothringen - Transformation der politischen Kultur zur Zeit Stanislas Leszczynskis, 1737-1766

Seit dem Lothringer Herrschaftswechsel von 1737 stand fest, dass Lothringen nach dem Tod des aktuellen Herzogs, Stanislas Leszczynski, eine Provinz des Königreichs Frankreich werden sollte. Erste Schritte zur Anpassung an die französische Verwaltungsstruktur und der wachsende Einfluss der französischen Zentralverwaltung bedrohten die Rechte und das Ansehen der bis dahin einflussreichsten Zwischengewalten des Herzogtums Lothringen, des obersten Gerichtshofs und der Rechnungskammern. Umstritten waren insbesondere die Unabsetzbarkeit ihrer Amtsträger, ihr Privileg der Verteilung von Steuerlasten und ihr politisches Mitspracherecht in Form von Remonstranzen. In den späten 1750er Jahren protestierten die Lothringer Zwischengewalten in zuvor ungekannter Hartnäckigkeit gegen die befürchteten Veränderungen mit einer drastisch steigenden Zahl an Streitschriften und zunehmenden Appellen an die Öffentlichkeit. Ähnlich wie die Zwischengewalten in Frankreich stellten sie sich dabei als Sachwalter der Bevölkerung dar. Sie untermauerten diesen Anspruch, indem sie Umfragen durchführten und Statistiken anlegten, die der empirischen Absicherung ihrer Aussagen dienten. Unter welchen sozialen und diskursiven Bedingungen dieseStrategien entwickelt und angewandt wurden, ist die übergeordnete Frage des Dissertationsprojekts. Untersucht wird, ob ein lothringisch-französischer Kulturtransfer zur Zeit Stanislas Leszczynskis die Transformation des Selbstverständnisses und der Behauptungsstrategien der Zwischengewalten beförderte und welche Wissenstransfers innerhalb Lothringens nötig waren, um die Argumentationen des obersten Gerichtshofs und der Rechnungskammern zu stützen.

 

 

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