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Exkursionsangebote im Sommersemester 2017


Tagesexkursionen im Sommersemester 2017: Gesundheit und (Selbst-)Optimierung: Vom frühneuzeitlichen Spital zum Wellnesshotel / documenta 14 (Kassel)

I. Gesundheit und (Selbst-)Optimierung: Vom frühneuzeitlichen Spital zum Wellnesshotel

Krankenhäuser und Kurorte erscheinen auf den ersten Blick sicher als außergewöhnliche Exkursionsziele. Tatsächlich aber stehen sie mit den Aufgaben des Heilens von Krankheiten beziehungsweise der Wahrung von Gesundheit und der Optimierung der körperlichen Leistungsfähgikeit für fundamentale Aspekte des Funktionierens von Gesellschaften und für kollektive wie individuelle Ideale. Die Forschung zu diesen Themenbereichen umfasst zahlreiche Disziplinen und Programme, unter anderem die Katholische Theologie, die Kunst- und Kulturgeschichte, die Literaturwissenschaft, die Sozialwissenschaften und die Theologie. Die geplanten Ortstermine sollen zum interdisziplinären Austausch und zur Reflexion einladen, wobei eigene Forschungserfahrungen mit diesem Themenbereich ausdrücklich nicht nötig sind.

I.1. Juliusspital und Siebold-Museum, Würzburg (28.Mai 2017)

Als fürstbischöfliche Stiftung 1576 gegründet, dominieren das heutige Aussehen des Spitals die Baumaßnahmen des 17. und 18.Jahrhunderts, nicht zuletzt der so genannte „Fürstenbau“ von Antonio Petrini, der auch die historische Rokoko - Apotheke beherbergt. Im Rahmen einer Führung werden wir Teile des historischen Spitalkomplexes, unter anderem die historische Rokoko-Apotheke, besichtigen. Im Anschluss daran erfolgt ein Rundgang durch den historischen Weinkeller, der mit einer kleinen Weinprobe endet. Schließlich stellen die Erträge des Weinguts immer noch eine wichtige Einnhmequelle des Spitals dar. Darüber hinaus haben Patienten in der Regel noch Anspruch auf eine tägliche Versorgung mit Wein.

Im Anschluss daran erfolgt ein Rundgang durch den historischen Weinkeller, der mit einer kleinen Weinprobe endet. Schließlich stellen die Erträge des Weinguts immer noch eine wichtige Einnhmequelle des Spitals dar. Darüber hinaus haben Patienten in der Regel noch Anspruch auf eine tägliche Versorgung mit Wein. Im Anschluss daran ist ein Rundgang durch die historische Altstadt, u.a. mit Besuch des "Bürgerspitals" sowie des Siebold-Museums, das der gleichnamigen Mediziner-'Dynastie' gewidmet ist, vorgesehen.

Treffpunkt in Würzburg: Innenhof des Juliusspitals, 10.10 Uhr.

I.2. Bad Wörishofen (24.Juni 2017)

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Kurorts bildete die Wasserkur von Sebastian Kneipp, die der Pfarrer dort Ende des 19. Jahrhunderts praktizierte. Es entstehen das Sebastianeum, das Kneippianum und die Kneippsche Kinderheilstätte. Durch die Kurgäste wuchs der Ort in der Folgezeit schnell an.  Heute kann Bad Wörishofen exemplarisch stehen für einen Balanceakt zwischen Tradition und Wandel: In Hinblick auf das Angebotsspektrum sind zur Kneippkur etwa Yoga - Kurse, alternative Heilverfahren sowie Wellness - Angebote getreten. Während der Kurpark, das Kurhaus und die Promenade als Kern der Fußgängerzone für Abwechslung bei längeren Kuraufenthalten sorgen sollen, richtet sich das Angebot der Therme Wörishofen wohl vor allem an Tagesgäste, nicht zuletzt an Familien. Ein Museum würdigt das Wirken von Sebastian Kneipp. 

Im Rahmen der Exkursion wollen wir möglichst umfangreiche Einblicke in den Kurort und das Kurwesen erhalten. Zum Auftakt werden wir kurz das Kurkonzert hören, danach sehen wir uns gemeinsam das Ortszentrum mit seinen verschiedenen Einrichtunge an. Es folgt ein Rundgang durch den Kurpark mit seinen verschiedenen Themenbereichen. Bei schlechtem Wetter werden wir die Ausstellung "950 Jahre Wörishofen" im Kurhaus besuchen. Den Abschluss bilden soll der Besuch des Kneipp-Museums.

Treffpunkt: Detailinformationen folgen.

I.3. Klinikum Großhadern (7.Juli 2017)

Das Klinikum Großhadern steht exemplarisch für großdimensionierte Krankenhäuser mit Vollversorgung, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der ‚grünen Wiese‘ errichtet wurden. Das Zentrum des Komplexes bildet das Bettenhaus, das vor gut vierzig Jahren als Scheibenhochhaus 14 Etagen konzipiert wurde. Eine zentrale „Rue Intérieure“ mit Geschäften und einem Café erschließt das 205 Meter lange Gebäude. Das markante Bettenhaus soll in den nächsten Jahren abgebrochen werden. Im Lauf der Zeit wurden weitere Gebäudetrakte angefügt beziehungsweise vorhandene Gebäudeteile modernisiert. Nicht zuletzt wurden „Wahlleistungsstationen“ eingerichtet, die in Ausstattung und Serviceangebot auf einen gehobenen Hotelstandart rekurrieren. Damit bietet der Gesamtkomplex einen Querschnitt der Entwicklung der Krankenhausarchitektur und des Wandels der Erwartungshaltungen in den letzten Jahrzehnten.

Detailinformationen zum Ablauf folgen.

II. documenta 14, Kassel (1.Juli)
Was 1955 als Rahmenprogramm zur Bundesgartenschau begann, ist längst als eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsformate zeitgenössischer Kunst etabliert. Aufgrund des relativ langen Zeitintervalls von fünf Jahren zwischen den Ausstellungen, besteht für die Entwicklung eines Konzepts, die Auswahl der KünstlerInnen und die Wahl der Ausstellungsorte. Geleitet wird die documenta 14 von Adam Szymczyk, der neben Kassel auch Präsentationen in Athen ‚bespielen‘ wird. Entsprechend lautet der Arbeitstitel auch „Von Athen lernen / Learning from Athens“. Hierbei scheinen KünstlerInnen die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zeit, wie Migration, Kriege, die Bedeutung des Kapitalismus‘, Identität und Alterität in historischer Tiefendimension zu beleuchten. Ergänzend zu diesem Modell des Künstlers als Forscher und Kritiker werden für BesucherInnen unter dem Titel „„Eine Erfahrung“: Eine Vielzahl von Stimmen“ „Spaziergänge“ angeboten, die von Mitgliedern des „Chors“ begleitet werden: „Historisch bestand der Chor in der griechischen Tragödie aus einer Gruppe von Laien und Bürger_innen, die zwischen dem Publikum und den Schauspielenden als Kommentierende, Gestaltwandler und Empath_innen operierten. Während der historische griechische Chor oft den Text des Stücks mit kollektiver Stimme aufsagte, laden die Mitglieder des Chors der documenta 14 die Besucher_innen der Ausstellung ein, eine aktive Rolle im gemeinsamen kritischen Denken über die künstlerischen Projekte einzunehmen, tiefergehende Fragen anzusprechen und dabei eine breite Perspektive im Bezug auf den jeweiligen Kontext der documenta 14 einzubeziehen.“ Da diese Vermittlungsform einen integralen Bestandteil des Konzepts darstellt, ist die Teilnahme an einer solchen Führung geplant.

Detailinformationen zum Ablauf folgen.