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Vom Sinn des Soldatentods...


Titel Vom Sinn des Soldatentods... (Volltitel siehe digicampus)
Dozent(in) Dr. Ulrich Roos
Termin wöchentlich ab 15.04., 11.45-13.15 Uhr
Gebäude / Raum Gebäude D, Raum 2117
Anmeldung digicampus

Inhalt der Lehrveranstaltung:

Nach Jahrzehnten der militärischen Zurückhaltung ist die deutsche Gesellschaft in zunehmendem Maße wieder mit einem Phänomen konfrontiert, das einer überwunden geglaubten Epoche anzugehören schien: dem gewaltsamen Tod deutscher Soldaten im Kriegseinsatz. Dieses – im Folgenden kurz als „Soldatentod“ gefasste – Phänomen ist von höchster politischer Bedeutung und wird künftig weiter an Relevanz für die bundesdeutsche Öffentlichkeit gewinnen, da Auslandseinsätze der Bundeswehr seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli 1994 nicht mehr als krisenhafte Ausnahmesituation gelten, sondern inzwischen zu einer auf Dauer gestellten Routine geworden sind. Dabei erweist sich die Frage als zentral, wie gerechtfertigt wird, dass Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik als Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr einer erhöhten Gefahr ausgesetzt werden, in kriegerischen Auseinandersetzungen getötet zu werden. Wofür sollen deutsche Streitkräfte also bereit sein, ihr Leben im Rahmen von Auslandseinsätzen zu riskieren? Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilsysteme Bundesregierung, Bundeswehr, Parlament und Medien geben darauf unterschiedliche Antworten. Unsere gemeinsame Forschungsarbeit zielt zunächst auf die Rekonstruktion der unterschiedlichen Wertebezüge zu dieser Frage und vergleicht diese in einem zweiten Schritt miteinander, um mögliche Konfliktlinien in diesem für die zukünftige Entwicklung deutscher Außenpolitik zentralen Feld aufzudecken.

Literatur und weitere Hinweise: siehe digicampus