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Exkursionsangebote im Wintersemester 2015/16


Die vier Tagesexkursionen des Wintersemesters 2015/16 führen zu Residenzen des Barock und Rokoko im süddeutschen Raum. Anhand prominenter Beispiele sollen typische Merkmale der Bauaufgabe Residenz besprochen werden. Hierbei werden auch Fragen der fürstlichen Repräsentation und des Zeremoniells eine Rolle spielen.

Die GGS fördert die Teilnahme ihrer Promovierenden mit einem Zuschuss von 50% der jeweiligen Fahrtkosten.

6.Dezember: Schloss Schleißheim: Das Ensemble aus Altem Schloss, Neuem Schloss, Hofgarten und Schloss Lustheim bietet die Möglichkeit, den Wandel vom repräsentativen Landsitz zur Schlossanlage des „Absolutismus“ zu verfolgen. Maximilian I. (reg. 1597-1651) ließ das Haupthaus des Gehöfts seines Vaters (Wilhelm V., reg. 1579-1597) abbrechen und durch ein Herrenhaus ersetzen, das an den Villen des Veneto orientiert war. Unter Kurfürst Max Emanuel (reg. 1680-1726) wurde dann mit Planung und Bau einer großzügigen Vierflügelanlage begonnen, für deren Errichtung namhafte Künstler herangezogen wurden. Obwohl die Anlage nie komplett realisiert wurde, stellen die kostbar ausgestatteten Repräsentationsräume ein wichtiges Zeugnis höfischer Kultur und künstlerischen/kunsthandwerklichen Könnens der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dar.

In der Hauptachse des (Alten) Schlosses wurde ab 1685 das Jagd- und Lustschloss Lustheim errichtet. Noch erhalten von der ursprünglichen Ausstattung sind die Deckenfresken. Zudem beherbergt das Schloss seit den 1970er Jahren eine hervorragende Sammlung frühen Meißener Porzellans, die einen Eindruck vermitteln mögen von der Pracht barocker Tafelkultur.

Treffpunkt/-zeit: Treffen im Maximilianshof (Innenhof) des Alten Schlosses um 9.45 Uhr; Ende am Schloss Lustheim: voraussichtlich um 16.15 Uhr.


17.Januar: Ludwigsburg: Zweifellos stellt Ludwigsburg (errichtet vorwiegend 1704-68) ein herausragendes Zeugnis einer Barockresidenz dar, denn es vereint auf idealtypische Weise eine großzügige Schlossanlage, Park, mehrere Jagd- und Lustschlösser sowie die angrenzende Residenzstadt.

Im Lauf von 150 Jahren wurde die Anlage mehrfach erweitert und die Innenräume, dem jeweiligen Zeitgeschmack und der gewandelten Stellung des Hauses Württemberg entsprechend, umgestaltet. Glücklicherweise wurde die Schlossanlage im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, wodurch die Räume weitgehend in authentischer Form erhalten blieben.

Treffpunkt/-zeit: 10.45 Uhr am Café-Restaurant „Schlosswache“; Ende: gegen 17.00 Uhr am Schloss.

24.Januar: Würzburg: Innerhalb von etwa 60 Jahren (1720-1780) haben eine ganze Reihe bedeutender Künstler an Planung, Bau und Ausstattung der fürstbischöflichen Residenz mitgewirkt – im Auftrag gleich mehrerer Generationen der Familie Schönborn. Heute können die Repräsentationsräume weitgehend wieder in ‚alter Pracht‘ bewundert werden, obwohl die Residenz in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs schwer zerstört wurde. Hier wird sich also, neben der Beschäftigung mit den eingangs genannten Themen, auch die Möglichkeit ergeben, Fragen der Rekonstruktion und Ergänzung zu diskutieren.

Ende des 16.Jahrhunderts gründete Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn das Julius-Spital als Einrichtung für Bedürftige (Kranke, Arme, Waisen). Seine Nachfolger haben den Gebäudekomplex mehrfach umgebaut und erweitert. Einerseits stellt das Spital ein Beispiel für die Caritas der geistlichen und weltlichen Herrscher dar. Darüber hinaus bereicherte der repräsentative Gebäudekomplex aber auch das Stadtbild Würzburgs und trug zum Ansehen der Fürstbischöfe bei. Im Rahmen einer Führung werden die historischen Gebäude mit der original erhaltenen Rokoko-Apotheke besichtigt.

Treffpunkt/-zeit: 12.00 Uhr am Hauptportal der Residenz (außen); Ende: gegen 18.00 Uhr in Würzburg.


30.Januar: Bayreuth: Opernhaus, Neues Schloss sowie die Anlagen der Eremitage und von Sanspareil – es ist vor allem Markgräfin Wilhelmine (1709-58) zu verdanken, dass Bayreuth heute als einzigartiges Zentrum höfischer Kultur des Rokoko im süddeutschen Raum gilt. Innerhalb von zwei Jahrzehnten veränderte sie das Erscheinungsbild der eher kleinen Residenzstadt und ihrer Umgebung nachhaltig. Während der Exkursion werden das Neue Schloss, die Schlosskirche und das Markgräfliche Opernhaus besucht. Geplant ist zudem ein Besuch des Alten Schlosses Eremitage.

Treffpunkt/-zeit: 11.30 Uhr am Neuen Schloss, Haupteingang; Ende: ca. 16.15 Uhr in Bayreuth.