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Zum Verständnis des Populären


Populäre Musik

...ist ein "Ensemble sehr verschiedenartiger Genres und Gattungen der Musik, denen gemeinsam ist, dass sie massenhaft produziert, verbreitet und angeeignet werden, im Alltag wohl fast aller Menschen, wenn auch im einzelnen auf unterschiedliche Weise, eine bedeutende Rolle spielen. Die Zusammensetzung dieses Ensembles musikalischer Genres und Gattungen befindet sich in ständiger Veränderung. 'Populäre Musik' lässt sich als Kategorie daher nicht auf einen Katalog von Merkmalskomplexen festlegen, sondern ist vielmehr als Resultat eines komplexenen sozial-kulturellen Prozesses anzusehen, dessen Hauptakteure - Musiker, Publikum und Industrie - ihre Vorstellungen davon, was populäre Musik jeweils sein soll oder werden kann gegeneinander aushandeln und durchzusetzen suchen [...]."

(Auszug aus: Wicke, P., Ziegenrücker, Wieland u. Kai-Erik (2007): Handbuch der Populären Musik. erw. Neuausgabe. Mainz: Schott.

Popular Culture

"Popular culture in industrial societies is contradictory to its core. On the one hand it is industrialized - its commodities produced and distributed by a profit-motivated industry that follows its own economic interests. But on the other hand, it is of the people, and the people's interests are not those of the industry - as is evidenced by the number of films, records, and other products (…) that the people make into expensive failures. To be made into popular culture, a commodity must also bear the interest of the people. Popular culture is not consumption, it is culture - the active process of generating and circulating meanings and pleasures within a social system: culture, however industrialized, can never be adequately described in terms of the buying and selling of commodities."

(John Fiske, Understanding Popular Culture, Routledge: New York 22010, S. 19.)


Kunstgeschichte und Populärkultur

Kunstgeschichte/Bildwissenschaft beschäftigt sich mit den visuellen Zeugnissen der Populärkultur. Hierbei handelt es sich letztlich um denjenigen Bereich der materiellen Kultur, der nicht im tradierten Kanon der Hochkultur enthalten ist - erwähnt seien beispielsweise alle Arten von Plakaten, Plattencover, Werbeannoncen, Filme und Musikvideos, aber auch das Aussehen von Fußgängerzonen, Shopping Malls und Freizeitparks.

Umgekehrt wurden spätestens mit der Postmoderne die Grenzen zwischen High&Low[1], von Hoch- und ‘Trivialkultur‘ von Künstlern strategisch aufgelöst, womit sie nicht zuletzt die Kunstgeschichte vor eine Herausforderung gestellt haben.

Ein wesentlicher Aspekt der adäquaten Interpretation ist die kulturhistorische Kontextualisierung der Objekte - unabhängig davon, ob es sich um ein Plattencover oder um ein Werk der Pop Art handelt.


[1] Varnedoe, Kirk; Gopnik, Adam (Hrsg.), High&Low. Moderne Kunst und Trivialkultur, München 1990 (High&Low: Modern Art and Popular Culture. Publikation zur gleichnamigen Ausstellung im Museum of Modern Art, New York, vom 7.Oktober 1990; u.a., New York 1990).